Die neuen Galoschen (30.12.2021)


 

К. Кухаренко

 

1952. Es war der traurigste Winteranfang in ihrem kurzen Leben. Die siebenjährige Käthe war schon Erstklässlerin und erlebte ihre ersten Novemberferien.

Draußen lag tiefer Neuschnee, den sie unbedingt begrüßen und testen wollte, aber sie durfte nicht vor die Tür. Dem ausgelassenen Toben der Nachbarkinder im weißen Schnee durfte sie nur aus ihrem kleinen Fenster zusehen. Tränen stiegen ihr in die Augen. Sie war unglücklich. Sie spürte einen Schmerz tief in ihrer Brust. Es schien ihr so ungerecht, dass an ihren alten Filzstiefeln vom letzten Jahr die Sohlen durchgelaufen waren. Beide hatten ein großes Loch, das sich wie ein hungriger gieriger Mund auftat. Gestern hatte sie das Schuhwerk noch an, kam dann aber mit solch nassen und kalten Füßen nach Hause, dass Oma befürchtete, sie könne wieder eine Lungenentzündung bekommen. Seit ihrem Abenteuer mit der Puppe im Schnee im Winter vor zwei Jahren war sie anfällig für Erkältungen. Jetzt blieb ihr nichts anderes übrig, als hier zu sitzen und abzuwarten, bis die Mutter eine Lösung finden würde. Für neue Stiefel fehlte ihnen das Geld. Die Kleine fühlte sich wie die Gänse im Kinderlied:

 

„Schu, schu, schu, was raschelt da im Stroh,

da laufen unsre Gänse und haben keine Schuh.

Der Schuster, der hat Leder, keine Leisten dazu.

Nun laufen unsre Gänse da draußen ohne Schuh.“

 

Aber im Gegensatz zu ihr, machte es den Gänsen nichts aus, ohne Schuh zu laufen. So saß sie am Fenster, und bittere Tränen kullerten über ihre Wangen. Oma versuchte, sie zu trösten. "Mama wird sich schon etwas einfallen lassen und sie kommt bestimmt bald zurück", versicherte sie.

Es war um die Mittagszeit, als die Mutter erschien. Mit einer weißen Frostwolke kam sie herein. Sie roch nach Schnee und Frost.

„Schaut mal, was ich euch mitgebracht habe!", sagte sie und stellte zwei Paar Galoschen auf den Holzhocker.

Waren die schön! Schwarz glänzend von außen und himbeerrot leuchtend von innen. Mit aufgerissenen Augen und Mündern standen die beiden eine Weile reglos da. Dann ging Käthe wie verzaubert um den Hocker herum… So ein wunderschönes und wertvolles Geschenk! Nicht einmal geträumt hatte sie davon. Die Mädchen von gegenüber, die mit Vater und Mutter lebten, die hatten solche Galoschen, aber aus ihrer armseligen Baracke hatte keines der Kinder echte Galoschen. Und nun waren ihre Schwester und sie stolze Besitzerinnen von diesen blanken, nach Gummi riechenden, von innen sich weich anfühlenden Prachtstücken.

Käthe konnte es kaum fassen. Ohne ein Wort zu sagen, lief sie zur Ofenbank, holte ihre Filzstiefel herunter und versuchte, die neuen Galoschen über sie zu ziehen. Die Mutter half ihr dabei.

"Komm, wir legen erst mal eine Filzsohle hinein, damit die Kälte nicht sofort durch die Löcher an deine Füße kommt", sagte sie. Aus einem alten, durchgelaufenen Stiefel schnitten sie zwei Sohlen heraus, polsterten mit ihnen die Galoschen aus, und dann wurden diese über Käthes Stiefel gezogen. Sie passten wie angegossen. Fertig! Rasch schlüpfte Käthe in warme Strümpfe, zog ihren Mantel an, Mütze und Handschuhe. Und nun steckte sie die Füße in die vom Ofen noch warmen Filzstiefel mit den neuen Galoschen. Es fühlte sich großartig an. Nichts anderes wollte sie mehr, nur noch schnell nach draußen, auf den beschneiten Hof. Nicht einmal die leckeren Löffelkuchen, die Oma auf den Mittagstisch stellte, konnten sie davon abhalten.

Mit Absicht trampelte Käthe durch den langen dunklen Korridor der Baracke bis zur Eingangstür, machte diese auf und blieb oben auf der Außentreppe stehen. Sie wurde von den spielenden Kindern auch sofort gesehen. Sie luden sie zum Mitspielen ein. Sie blieb aber oben, drehte sich ein paar Mal tänzelnd hin und her, machte mit den Füßen "Hacke, Hacke, Spitze, Spitze", bis die Mädchen endlich auf ihr Prachtschuhwerk aufmerksam wurden und es gebührend bewunderten.

Erst am späten Nachmittag, als es draußen dunkel wurde, gelang es der Oma, Käthe ins Warme zu locken. Mit durchnässten Knien, Schnee in den Filzstiefeln, aber mit roten Wangen und strahlenden Augen beteuerte sie, dass es der glücklichste Tag seit dem Winteranfang gewesen sei. Sie durfte wieder nach draußen in den Schnee!!!

Da Herbstferien waren, die vom 4. bis zum 11. November dauerten, hatten die Kinder viel Freizeit. Die meiste davon verbrachten sie draußen, im Freien. Ihnen wurde nie langweilig, sie erfanden ständig neue Spiele im Schnee. Hinter dem Dorf, einige hunderte Meter entfernt, fing der Kiefernwald an. Der Schnee war dort besonders tief. Auf der weißen Schneedecke konnte man an den Tierspuren erraten, wer sich dort einen Weg gebahnt hatte: Kleine Pünktchen – da waren Mäuse unterwegs. Frische Schalen brauner Zapfen auf dem Weiß – da hatte oben in den Zweigen ein Grauhörnchen gefrühstückt oder ein Specht, der seine Beute, die Zapfen, in eine Vertiefung im Baum gesteckt und dann die Samen herausgelöst hatte. Sein Hämmern war häufig im Wald zu hören, es hallte weit und breit. Der Specht verspeiste aber auch die Waldschädlinge, die sich im Herbst unter die Baumrinde verkrochen hatten. Auch Hasenspuren konnten die kleinen Pfadfinder im Wald enträtseln. Große Raubtiere wie Wölfe gab es in der Nähe des Dorfes nicht, und die Eltern konnten ohne Bedenken den Kindern ihre Freiheit lassen.

Unter den Kindern der Barackenbewohner waren auch einige stolze Besitzer von Schlitten, Schiern und Schlittschuhen. Es wurde immer friedlich und großzügig geteilt. An dem besagten Tag beschlossen alle, gemeinsam zum Soda-See zu gehen, um dort den Abhang herunter zu rodeln. Käthe und Nina besaßen einen alten Schlitten, den sie von einem Nachbarn geschenkt bekommen hatten. Ein Junge war schon 13 Jahre alt und hielt sich für zu erwachsen, um noch Schlitten zu fahren. Nun saß Nina auf dem Schlitten, und Käthe zog sie an einer Leine hinter sich her. Es waren noch mehrere Freunde unterwegs, die einen Schlitten hatten. Einige Jungs hatten stattdessen breite kurze Bretter, die sie zuvor mehrmals mit Wasser übergossen hatten. Nun warteten sie, dass das Wasser zu Eis würde, um dann den Vorgang zu wiederholen. So bastelten sie sich ein wertvolles Rutschbrett. Endlich liefen alle um die Wette zum Seeufer. Der Abhang war verschneit und der Schnee tief genug.

Zuerst rutschten die Jungs mit den Brettern, um den lockeren Schnee zu verfestigen. Jetzt waren die Schlitten dran. Glücklich, mit Wind im Haar und Gesicht, schlitterte Käthe den Abhang hinunter. Da sie doch ziemlich schwer war und die Kufen schmal, blieb der Schlitten bald stehen. Sie sprang runter und schleppte ihn die Rutschbahn hoch, dorthin, wo Nina schon ungeduldig auf sie wartete. Nun schubste Käthe den Schlitten mit ihrer kleinen Schwester an, und diese glitt den Abhang mühelos hinunter. Sie war viel leichter als ihre große Schwester, und der Anstoß tat sein Übriges. Der Schlitten glitt federleicht hinunter, so dass die Kleine vor Freude jubelte. Schließlich kam der Schlitten zum Stehen. Es war die weiteste Strecke, die an diesem Tag gerutscht worden war. Und… Oh Schreck! Ninas Begeisterung verwandelte sich in pure Angst: Sie bemerkte, dass beide Kufen im Soda-Sumpf versanken. Die anderen Kinder sahen es auch. Hals über Kopf kullerte Käthe den Berg hinunter, lief zu ihrer Schwester.

Da wurde der Boden weich unter ihren Füßen, und bis zum Schlitten blieben es immer noch ein paar Meter. Mit großer Vorsicht bewegte sie sich, ein Schritt, dann noch einer und schließlich konnte sie die Leine auffangen. Langsam zog sie den Schlitten mit der Kleinen aus dem Sumpf, die anderen Kinder halfen ihr, Nina auf festen Boden zu ziehen. Als sie dann mit ihren schmutzigen Filzstiefeln auf dem weißen Schnee standen, bemerkte Käthe, dass eine der neuen Galoschen fehlte. Auch Nina hatte eine verloren. Die Suchaktion dauerte lange: Es wurden lange Stöcke geholt, mit denen die Jungs das schwarze Sumpfloch abtasteten, in der Hoffnung, die Galoschen würden am anderen Stockende hängen bleiben. Doch vergeblich. Es wurde auch nicht mehr gerodelt, die Lust daran war den Kindern vergangen.

Im Winter sind die Tage sehr kurz, und schon bald mussten alle nach Hause. Auf dem Heimweg wurde gerätselt, welche Strafe den beiden wohl drohe. Am schlimmsten aber fühlte sich Käthe: Sie trug die Schuld am Verlust der beiden neuen, teuren Galoschen im Sumpf, sie hatte den Schlitten mit der Schwester angestoßen und zu verantworten, dass die Kleine so lange mit nassen Füßen in der Kälte ausharren musste, dass…

Zu ihrem Glück hatte die Mutter Spätschicht. Oma schüttelte nur verzweifelt den Kopf, dann half sie den beiden aus den verschmutzten Sachen heraus, stellte eine Schüssel mit heißem Wasser auf den Boden, und die Schwestern wärmten darin ihre vor Kälte geröteten Füße. Sie gab ihnen warmes Essen. Gleichzeitig putzte sie die Filzstiefel sauber, stellte sie auf die Ofenbank. Als die Mädchen sich einigermaßen aufgewärmt und beruhigt hatten, rieb sie ihnen Brust und Rücken mit Kampferöl ein, deckte sie warm zu, sang ihnen ihr Lieblingslied "Kommt ein Vogel geflogen" vor und wandte sich wieder der Arbeit zu, mit der sie am meisten beschäftigt war – dem Flicken. Käthes Strickjacke hatte wieder einmal ein Loch im Ärmel.

Die alte Frau war nicht verärgert, eher traurig. Sie überlegte unentwegt, wie sie das Missgeschick der beiden Mädchen ihrer Tochter möglichst schonend beibringen könne: heute noch, wenn sie todmüde von der Arbeit nach Hause kommen, oder doch lieber morgen, nachdem sie sich ausgeruht haben würde. In ein paar Tagen fing die Schule wieder an, und wie sollte Käthe ohne vernünftiges Schuhwerk dorthin gehen. Nina konnte ja zu Hause bleiben. Schade, dass die Mädchen unterschiedliche Schuhgrößen hatten - obwohl das auch wenig geholfen hätte: Es waren beide rechten Galoschen abhanden gekommen.

Am nächsten Morgen wachte Käthe früh auf. Sie lauschte, wie Oma Kleinholz schnetzelte, um Feuer im Ofen zu entfachen, hörte, wie sie Brennholz in den Ofenrachen schob. Kurz darauf konnte sie den Gesang der Flammen vernehmen.

Oft saß sie mit Oma vor der geöffneten Ofenklappe und bewunderte mit ihr den Flammentanz. Das Feuer loderte, flackerte, flammte, erglühte, leuchtete auf und erlosch ohne Holznachschub. Manchmal schien es ihr, das Feuer könne sprechen, und dann fantasierte sie sich zusammen, was es wohl zu erzählen habe: Was hatten die Bäume in ihrem langjährigen Leben alles gesehen? Welche Tiere waren an ihnen vorbeigelaufen? Welche Vögel hatten sich in ihren Wipfeln ein Zuhause eingerichtet? Welche Winde hatten ihre Zweige und Blätter zum Rauschen gebracht? Welche Regentropfen hatten sie saubergewaschen? Wovon hatten sie im langen Winter unter weißer Schneedecke geträumt? Welche zarten Blumen hatten sie im Sommer vor Stürmen geschützt? Und welch unzählige Geschichten sie wohl gehört hatten? Welche Menschen hatten Schatten unter ihnen gesucht - waren es Krieger, Helden, Räuber oder Bettler? Auch spielende Kinder waren wohl unter ihnen gewesen. Welche Spiele spielten sie damals, vor vielen, vielen Jahren?

Ein großer Junge, der alles über Bäume wusste, erzählte einmal, dass Bäume sehr alt werden können und dass man ihr Alter an der Zahl der Ringe erkenne. Seitdem streichelte Käthe immer tröstend jeden frisch abgesägten Baumstumpf und versuchte herauszufinden, wie alt er geworden war. Die gefällten Bäume taten ihr leid, aber sie wusste auch, dass ohne Balken und Bretter kein Haus gebaut werden kann, dass es ohne Brennholz kein Feuer zu Hause geben würde. Und Bücher – das Papier sollte ja auch aus Bäumen gemacht werden. Ohne Bücher wäre das Leben ganz uninteressant. Und sie begrüßte jedes junge Bäumchen, das ihr im Wald begegnete. Der Wald war ihr sehr vertraut, im Sommer wie im Winter.

Eigentlich hätte sie heute länger schlafen dürfen, sie war ohnehin eine anerkannte Schlafmütze. Es kostete Oma täglich viel Mühe und Geduld, Käthe aus den Federn zu locken. Nur wenn sie mitbekam, dass ein Stückchen Zucker auf sie wartete, sprang die Erstklässlerin aus dem Bett. Damit sie nicht zu spät kommen würde, half Oma ihr bei allem: Anziehen, Zöpfe flechten, Tasche packen. Die meisten Schüler machen dies angeblich am Vorabend, aber Käthe fehlte immer die Zeit dafür. Aber heute in den Ferien…

Es war so warm und friedlich unter der Decke. Die Mutter neben ihr atmete ruhig, sie schlief noch fest - kein Wunder nach der Spätschicht. Wenn sie zur Schule musste, kroch sie stets ganz leise aus dem Bett, um die Mutter nicht zu wecken. Sie war immer sehr müde nach der schweren Arbeit und brauchte ihre Ruhe. Und besonders heute wäre es Käthe recht, wenn Mutter bis zur Arbeit schlafen würde. Sie mochte gar nicht daran denken, wie Mama auf das Unglück von gestern reagieren würde. Würde sie schimpfen oder weinen? Lieber sollte sie schimpfen, sie konnte auch den Riemen nehmen und ihr den Hintern versohlen, nur weinen sollte sie nicht. Mamas Tränen waren die schlimmste Strafe für die Mädchen. Und was würde aus den Filzstiefeln? Wie sollte sie zur Schule gehen? Sie seufzte tief, schluckte die hochkommenden Tränen herunter und kuschelte sich an Mamas warmen Rücken.

Käthe war wohl wieder eingeschlafen. Als sie aufwachte, hörte sie Omas Stimme. Vorsichtig schielte sie unter der Decke hervor: Mutter saß auf dem Hocker, und vor ihr auf dem Fußboden standen die zwei verbliebenen Galoschen. Sie war offensichtlich sehr verärgert: Wo sollte sie jetzt Geld auftreiben, um neue zu kaufen? Ob es im Dorfladen welche in den passenden Größen überhaupt noch geben würde... Oma, ruhig und gefasst wie immer, hörte zu. Als die Mutter sich einigermaßen beruhigt hatte, schob sie das nutzlose Schuhzeug zur Seite und machte einen Vorschlag: "Bring doch die Filzstiefel zu Ivan. Der kann sie bestimmt besohlen. Und so teuer kann das auch nicht werden. Ich hab schon mit ihm geredet. Versprich ihm eine Flasche Wodka, das muss reichen. Aber er soll erst die Arbeit leisten. Sonnst werden unsere Mädchen noch lange ohne Stiefel laufen müssen."

Der Russe Ivan wohnte in derselben Straße, nur einige Häuser weiter. Er hatte ein Holzbein. Sein Bein hatte er im Krieg verloren. Fast immer angetrunken, hinkte er im Dorf herum. Er war ein guter Schuster und der einzige dazu, war aber wegen seiner Sauferei verarmt. Seine Frau, die seit dem Krieg alle Deutschen hasste, machte auch unter den hier lebenden deutschen Umsiedler keine Ausnahme. Bei jeder Gelegenheit fiel sie über die Frauen aus der Baracke her, war eifersüchtig und abweisend. Auch die deutschen Kinder blieben von ihren Beschimpfungen nicht verschont. Auch missfiel ihr, dass ihr Mann sich seine Arbeit mit Wodka bezahlen ließ.

All das war der hübschen stolzen Mutter bekannt, aber sie hatte keine andere Wahl, als dem Rat der Oma zu folgen. Sie zog ihre Wattejacke an, band ein warmes Kopftuch um, schlüpfte in ihre Wattestrümpfe und flachen Schuhe, holte die zwischenzeitlich getrockneten Filzstiefel der Mädchen von der Ofenbank herunter und machte sich auf den Weg in die Höhle des Löwen. Sie hoffte, Ivan alleine anzutreffen. Und sie hatte Glück. Ivan öffnete die Tür, nickte düster, nahm die Stiefel entgegen. „Ich bringe sie dir morgen vorbei. Einen halben Liter wird es kosten", brummte er. "Sie sind für meine kleinen Töchter. Bitte mach sie akkurat und nicht allzu schwer." "Ich weiß was ich zu tun habe!", brauste der Schuster auf.

Am nächsten Morgen stand er vor der Tür, die zwei Paar Stiefel unter dem Arm. Sehr schön sahen sie nicht aus, kein Vergleich zu den schwarzen glänzenden Galoschen, aber durch die dicken Sohlen waren sie wärmer geworden, und so schnell würden den Kindern die Füße nicht frieren. Oma gab Ivan den bereitgestellten Wodka und er verschwand wieder ganz schnell durch die Tür.

Die ersten Novembertage waren meist sehr frostig, nachts bis 25° minus, aber tagsüber ließ der Frost etwas nach, und die Kinder nutzten ihre ersten Ferientage. Auch auf dem Soda-See am Ufer war es nicht mehr so gefährlich: Dort, wo das Wasser flach war, war es bereits gefroren. Weit vom Ufer durfte man sich nicht entfernen, der See fror nie ganz zu. Und jedes Mal, wenn sie in seiner Nähe rodelten, trauerten die Mädchen ihren schönen Galoschen nach, die der Sumpf verschluckt hatte. Warum bloß? Das mit der hochprozentigen Sodalösung lernte Käthe erst später in der Schule.

 

 

 

 



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