Наш двор - Unser Hof №1 (29.02.2016)


(Erzählung)

 

Hugo Wormsbecher

 

„Laut genauen Angaben, die die

Militärbehörden erhalten haben,

befinden sich unter der in den

Wolgarayons wohnenden deutschen

Bevölkerung Tausende und aber

Tausende Diversanten und Spione,

die nach dem aus Deutschland

gegebenen Signal Explosionen

in den von den Wolgadeutschen

besiedelten Rayons hervorrufen sollen…

 

(Aus dem Erlaß des Präsidiums des Obersten

Sowjets der UdSSR vom 28. August 1941)

 

1

Vaters Spur

Es hat schon längst aufgehört zu regnen, und ich möchte so gerne auf die Straße gehen. Heinchen ist gewiß schon draußen. Auch Karluscha ist bestimmt dort. Und Elsa. Mir ist es in der Stube langweilig, aber hinausge¬hen ist wohl nicht schön, denn die anderen möchten es ja gewiß auch, tun es aber nicht. Das alles ist wegen Vati. Vater sitzt am Tisch, hat die Hände auf den Tisch gelegt und schaut auf sie nieder. So sitzt er schon lange da. Mutti sitzt ihm gegenüber und schaut ebenfalls auf Vatis Hände. Arno sitzt am Ofen mit der Seite zum Tisch, hält den Kopf gesenkt und tut, als schaue er auf den Fußbo¬den. Aber ich sehe ja, daß er verstohlen auf Vati schaut. Wirft einen Blick auf ihn und schlägt wieder die Augen nieder. Nur seine Wirbelhaare stehen zu Berge. Na, und Maria pflegt wie immer ihre Lappenpuppe mit den violet¬ten Augen, die sie ihr selbst mit einem Tintenstift gezeich¬net hat, als wir noch zu Hause wohnten.

Ich sehe alles ganz gut, denn mein Klötzchen habe ich ans Fenster gerollt, bin hinaufgeklettert und schaue mal auf die Straße, mal in die Stube. Jeder von uns hat sein eigenes Klötzchen. Diese hat uns Großväterchen Semjonytsch, der neben uns wohnt, von einem Baumstamm ab¬gesägt. Mein Klötzchen ist das kleinste. Es ist schon ganz glatt, weil ich darauf immer hin und her rutsche und mei¬ne letzte Hose durchscheuere...

Ich schaue aus dem Fenster. Draußen lugt schon an einer Stelle die Sonne hervor.

„Die Sonne ist 'rausgekommen", sage ich.

„Sei doch still, Fritzchen", sagt Mutti.

Ich seufze. Mutti sagt nie etwas umsonst, also muß ich schweigen. Und in der Stube sitzen.

Mein Vati fährt heute fort, weit weg von hier, in ir¬gendein Dorf. Auch Heinchens Vati fährt dorthin, und Karluschas Vati und Elsas Vati. Bei allen Kindern, die ich kenne, fahren die Vatis heute in dieses ferne Dorf. Nur Ottos Vati fährt nicht - er ist an der Front. Und auch bei allen russischen Kindern sind die Vatis an der Front.

Unsere Vatis fahren arbeiten. Dort gibt es wahrschein¬lich viel, viel Arbeit, wenn so viele Vatis fahren. Eigent¬lich gibt es in unserem Dorf auch recht viel Arbeit, denn wenn wir am Morgen erwachen, ist Vati immer schon weg, und kommen tut er erst, wenn Mutti das Fenster mit dem Schemel verdeckt, damit man von draußen nicht sieht, wie wir zu Abend essen.

Auch gibt es wohl im Dorf, wohin mein Vati fährt, vie¬le, viele Kinder, denn mein Vati ist Lehrer, und er hat ge-sagt: „Dort wird man alle brauchen..." Also wird man dort auch einen Lehrer brauchen, und Vati wird dort die Kinder lehren.

Elsa ihr Vati ist auch Lehrer. Nur ist er nicht ein sol¬cher Lehrer wie mein Vati. Meiner ist Russischlehrer, und er kann im Dorf mit allen sprechen, sogar mit dem hinkenden Kolchosvorsitzenden, der in einem zweirädrigen Pferdewagen herumfährt.

Auch wir können russisch sprechen, denn als wir noch zu Hause wohnten, da sprachen wir einen Tag deutsch und den anderen russisch. Hier aber machen wir es an¬ders. Hier sprechen wir mit Mutti deutsch, mit Vati aber russisch. Und mit den Nachbarn sprechen wir auch rus¬sisch, denn deutsch verstehen sie nicht. Doch Großväter-chen Semjonytsch lacht nur immer, wenn ich mit ihm rus¬sisch spreche. Er äfft mir sogar nach wie ein kleines Kind. Ich nehme es ihm aber nicht übel. Nämlich fange ich dann an, mit ihm deutsch zu sprechen, und dann versteht er gar nichts mehr. Da kann schon ich lachen. Auch er fühlt sich nicht gekränkt. Er sagt dazu bloß:

„Na, gut, Fedjka, ich werde dich nicht mehr necken. Komm, kannst mich auch ein bißchen am Bart zupfen."

Ich zupfe gern Großväterchen Semjonytsch am Bart. Der ist lang, und immer finde ich was drin: mal ein Grashälmchen, mal einen Zwirnfaden, und einmal habe ich mich sogar gestochen - im Bart steckte ein kleines Spän¬chen. Nur habe ich es nicht gern, wenn er mich Fedjka nennt. Ich sage ihm dann, daß ich Fritzchen heiße, wie mein Vati, und wenn ich groß werde, so sage ich ihm, werde ich wie mein Vati Friedrich Karlowitsch heißen. Doch Großväterchen Semjonytsch lacht darüber auch wieder.

Auf der Straße schreit jemand. Ich schaue durchs Fen¬ster.

„Die Fuhren kommen", springe ich vom Klötzchen.

Vati erhebt sich. Auch Mutti steht auf. Sie sagt zu mir:

„Schnell, Fritzchen, zieh die Schuhe an."

Mutti treibt mich zur Eile. Sie hilft mir sogar. Jemand pocht an die Tür. Karluschas Vati tritt in die Stube.

„Guten Tag", sagt er. „Lehrer, man wartet auf Sie."

Alle Erwachsenen sagen zu Vati Lehrer und reden ihn mit Sie an. Die Jungen aber, die mit Arno in die Schule gingen, sagen zu Vati Friedrich Karlowitsch. Auch alle Russen nennen ihn Friedrich Karlowitsch. Als ich Mutti fragte, warum die Erwachsenen zu Vati Lehrer sagen, ant¬wortete sie, daß man sich zu Hause früher immer so an Lehrer wandte, deswegen sagt man auch jetzt so. Wann früher? Als ich noch nicht auf der Welt war, sagt Mutti. Aber wann war ich noch nicht auf der Welt? Das kann mir Mutti nicht erklären, sie weiß es wohl selber nicht.

Vati zieht seinen langen Mantel an, mit dem Mutti Arno und mich nachts zudeckt, nimmt die Mütze und das Bündel und geht zur Tür. Er läßt den Blick noch einmal durch die Stube gehen, wahrscheinlich, um nichts zu ver¬gessen, schaut dann auf uns und sagt:

,,Na, gehn wir."

Auf der Straße ist es matschig. Auf dem Weg stehen einige Fuhren. Auf ihnen sitzen Onkels. Sie schauen uns an. Sie warten auf meinen Vati.

Rings um die Fuhren stehen Tanten und Kinder. Auch sie schauen auf uns.

Mein Vati geht den Pfad neben unserem Haus entlang. Der Pfad ist mit sauberem Sand bestreut. Das hatte Vati gemacht, damit unsere Schuhe nicht immer schmutzig werden. Der Sand auf dem Pfad ist naß. An der Hausecke tritt Vati vom Steig auf die weiche feuchte Erde. Er läßt Karluschas Vati, der zu den Fuhren geht, voran. Vati will nicht, daß wir weiter mitkommen. Er dreht sich zu Arno um und reicht ihm die Hand. Auch Arno reicht die Hand: Arno ist schon groß, er trägt bereits das rote Pionierhalstuch.

„Na, Sohn, auf Wiedersehen", sagt Vati. „Denke stets daran, worüber wir gesprochen haben. Du bist jetzt der einzige Mann im Haus."

„Ich werde es schon machen", sagt Arno mit gesenktem Kopf.

Vati schließt Arno in die Arme. Nein, er drückt nur Arnos Kopf an seinen Mantel, an die Stelle über der Ta-sche. Denn wenn Arno auch schon groß ist, so ist er doch noch klein, Vati aber ist der größte von allen Onkeln im Dorf. Vati steht ganz stramm, nur den Kopf hat er ein bißchen nach vorn geneigt. Er streicht über Arnos borsti¬ge Haare, legt ihm dann die Hand auf die Schulter.

„Lebe wohl", sagt er noch einmal. „Ich verlasse mich auf dich."

Arno blickt zu Boden und nickt. Er entfernt sich von Vati. In seinen Augen stehen Tränen. Er wendet sein Ge¬sicht von mir ab, aber dennoch habe ich es gesehen, und am Abend werde ich ihn necken: schäme dich, so ein gro¬ßer Junge, und weinst!

Und auch Maria. Kaum zu Vati getreten, heult sie schon los. Schämt sich auch kein kleines bißchen, obwohl sie schon bald in die Schule gehen wird. Na, wartet nur!.. Vati küßt sie mitten auf die nasse Wange. Jetzt wendet er sich zu mir. Mutti schubst mich auf ihn zu. Ich gehe ge¬rade in seine ausgestreckten Hände. Vati hebt mich hoch, so hoch, daß sein Gesicht dicht vor dem meinen ist.

„Drück mich mal, mein Söhnchen", sagt Vati leise.

Ich drücke Vati gern. Ich umklammere seinen Hals und ziehe ihn aus allen Kräften an mich. Vatis Kinn ist ein bißchen stachlig, mir gefällt das. Ich laß nicht los und warte, bis Vati sagt: Au, au, laß mich los, sonst er¬sticke ich!

Vati sagt aber diesmal nichts. Habe ich ihn etwa erstickt?

Ich lasse ihn los und schaue, ob er noch am Leben ist. Zwei Tränen rollen an seinen Wangen hinab. Das sind wahrscheinlich Mariechens Tränen. Zuerst sind sie groß, doch je weiter sie gleiten, desto kleiner werden sie. Das ist, weil sie auf den Wangen glänzende Streifen hinterlas¬sen. Als diese Streifen schon fast den Mund erreichen, flie¬ßen die Tränen rasch auseinander: Vati hat um den Mund zwei tiefe Furchen, und aus diesen können die Tränen nicht heraus.

Ich streiche mit dem Finger eine Furche flach. Eine Träne hängt sich an meinen Finger. Ich führe den Finger hinunter, und auch die Träne gleitet weiter, wie ein Tropfen an der Fensterscheibe, wenn es draußen kalt ist und drinnen warm. Vati küßt mich auf beide Wangen. Ich habe es nicht gern, wenn man mich küßt: Ich bin doch kein Mädchen, ich will doch ein roter Kommandeur werden wie mein Opa. Ich wische die Wangen mit der Handfläche ab und sage:

„Vati, bring mir bitte ein Kamelchen mit. So ein silber¬nes, welches man an den Tannenbaum hängt."

Vati antwortet aber nicht darauf. Er drückt mich nur so fest an sich, daß ich fast aufstöhne. Hat er mich viel¬leicht nicht gehört?

„Vati, ein Kamelchen, so eins, wie Mariechen verloren hat."

„Gut, mein Söhnchen, gut", sagt Vati wieder ganz leise.

Er sagt es so, wie es unsere Oma immer sagte, wenn sie wollte, daß ich sie in Ruhe lasse. Von einem silbernen Kamelchen spricht man aber nicht so.

„So eins, mit zwei Bückelchen", zeige ich mit den ge¬beugten Handflächen.

Vati läßt mich auf den Boden nieder. Jetzt geht Mutti zu ihm. Na so was, auch sie weint! Freilich, nicht sehr laut, aber wenn man das auf der Straße hört, wird man sich doch schämen müssen. Sie preßt ihr Gesicht an Vatis Brust, umarmt ihn und streichelt seinen Mantel am Rücken. Ist es ihr um den Mantel schade, weil es jetzt nichts mehr ge¬ben wird, um Arno und mich nachts zuzudecken?

„Ich muß gehn", sagt Vati und rückt behutsam von Mutti ab. „Mach dir keine Sorgen. Alles wird gut gehn. Wir werden schon beweisen, daß das nicht so ist", sagt er. „Das müssen wir. Um jeden Preis. Und sei es auch nur ihretwegen." Vati weist durch eine Kopfbewegung auf uns drei. Er schaut uns alle noch einmal an. „Es ist Zeit. Auf Wiedersehn."

Mit großen Schritten begibt er sich zu den Fuhren. Dort sind schon viele Menschen. Doch aus den Höfen kommen noch und noch Tanten und Onkels hinzu. Wahrscheinlich werden sie die Fuhren bis ans Dorfende begleiten. Auch ich will mit den Fuhren bis ans Dorfende gehen. Doch Mutti läßt mich nicht. Wir bleiben neben unserem Häuschen ste¬hen und schauen auf die Straße.

Vati steigt auf eine der Fuhren. Die Fuhren setzen sich quietschend in Bewegung. Alle gehen hinter ihnen her. Viele weinen, wir aber winken unserem Vati nach. Doch Vati schaut nicht zu uns herüber, und bald ist er schon nicht mehr zu sehen.

Am nächsten Tag gehe ich auf die Straße. Ich ziehe die Handschuhe an, denn es ist kalt. Überall, wo gestern Pfützen waren, ist heute Eis. Das Eis ist weiß und dünn, und wenn man es mit dem Absatz tritt, bricht es. Dann stellt es sich heraus, daß darunter gar nichts mehr ist. Wo ist denn das Wasser hingekommen? Nach oben konnte es nicht, da ist das Eis. Unten aber ist die Erde hartgefro¬ren, hart wie mein Holzklötzchen. Sogar mit einem Nagel kann ich kein Löchelchen hineinbohren. Also konnte das Wasser auch da nicht durch.

Der Weg ist holprig; so wie hier gestern Rillen einge¬fahren worden waren, so ist jetzt auch alles eingefroren. Man muß immerzu stolpern.

Ich gehe nach Hause. An der Hausecke neben dem Pfad bemerke ich einen großen Fußabdruck. Das ist doch Vatis Fußtapfen! Gerade hier hat Vati gestern gestanden! Der Fußtapfen ist so, als wäre Vati eben erst weggegangen. Ich stelle vorsichtig meinen Fuß in Vatis Fußtapfen und probiere, ob er auch festgefroren ist. Der Fußtapfen ist hart.

Ich laufe nach Hause. Ich sage niemandem was über den Fußtapfen. Ich habe nur Angst, daß er auftaut.

Am Abend frage ich Mutti:

„Morgen wird es doch nicht warm werden, ja?"

„Wohl kaum, mein Kleiner", sagt Mutti. „So ein kalter Wind... Geh nur nicht unnötig auf die Straße."

Ich gehe nicht unnötig auf die Straße. Dort ist es auch wirklich immer kalt. Ich gehe nur auf die Straße, um mir Vatis Fußtapfen anzuschauen. Vatis Fußtapfen ist fest, ganz fest gefroren, und innen zieht sich am Rand entlang ein weißer Streifen. Ist er mit Kreide gezogen? Ich weiß, was Kreide ist. Kreide, das ist so ein weißes kantiges Steinchen, mit dem man in der Schule auf der Tafel schreibt. Als wir noch zu Hause wohnten, hatten wir Kreide gehabt, und Mariechen schrieb mir Buchstaben auf der Freitreppe vor. Maria kann schon Buchstaben schreiben. Vati hatte ihr das beigebracht. Er nahm sie auch manchmal in die Schule mit.

Maria hatte damals die ganze Treppe vollgeschrieben. Dann kam Mutti heraus und sagte, daß es nun genüge und daß jetzt die Tafel geputzt werden müsse. Mariechen feuchtete einen Lappen an und wischte alle Buchstaben weg.

Ich berühre mit dem Finger den weißen Streifen in Vatis Fußtapfen. Unter dem Finger zeigt sich sofort schwarze Erde, und die Fingerspitze wird naß. Nein, das ist wahr¬scheinlich keine Kreide. Ich werde den Streifen nicht abrei¬ben, mag er bleiben, so ist es schöner.

Draußen herrscht Frost. Vatis Fußtapfen ist es gewiß kalt. Ich zupfe unterm Scheunendach etwas Stroh heraus und bedecke den Fußtapfen. Am nächsten Morgen ist das Stroh weg. Der Wind hat es fortgetragen.

In der Scheune habe ich einen alten Lappen gesehen. Ich staube ihn aus und decke ihn auf Vatis Fußtapfen. Damit der Wind ihn nicht wegweht, lege ich Steine auf die Lappenenden. Jetzt wird es Vatis Fußtapfen warm haben.

Am Abend fragt Mutti, wer da Steine vors Fenster getragen hat. Ich sage, ich: ich spiele dort.

In der Nacht hat es geschneit. Schnee liegt auch auf dem Lappen. Ich nehme die Steine weg, klopfe den Schnee ab und decke alles wieder zu.

Am Abend sagt Mutti:

„Gott sei Dank, es schneit. Würde doch nur mehr Schnee fallen, damit die Erde nicht so tief friert."

„Ist's denn unterm Schnee warm?" frage ich.

„Unterm Schnee wird's der Erde warm sein", antwor¬tet Mutti.

Ich kann nicht begreifen, wie es unterm kalten Schnee warm sein kann, doch wenn Mutti es sagt, dann wird es schon so sein. Mutti hatte auch früher schon so manches gesagt, was ich nicht verstehen konnte. Später aber, wenn ich es nachprüfte, ist es immer so gewesen, wie sie gesagt hatte.

Ich nehme den Lappen nicht mehr ab. Soll doch auf Vatis Fußtapfen viel, viel Schnee fallen, damit es ihm warm sei.

Mutti ist auf der Arbeit. Auch Arno ist auf der Arbeit: Er fährt mit dem Schlitten Zuckerrüben vom Feld. Alle Jungen im Dorf fahren Zuckerrüben vom Feld.

Die Rüben liegen auf dem Feld in großen Haufen, so groß wie unser Haus. Diese Haufen sind mit Schnee be¬deckt und wurden so zu Schneebergen. Zu diesen Bergen kommen die Hasen. Sie essen sich an den Rüben satt, klettern dann auf die Berge und rodeln herunter. Arno sieht sie jeden Tag.

Ich habe die Hasen nicht gesehen und weiß auch nicht, wie sie vom Berg rodeln, wenn sie keine Schlitten oder wenigstens einen alten Sack haben, auf den man sich set¬zen kann. Oder haben sie solche Bretter wie Großväterchen Semjonytsch, die an einem Ende hochgebogen sind? Diese Bretter nennt man Schier, Großväterchen Semjonytsch be¬festigt sie an seine Filzstiefel, wenn er in den Wald geht. Doch Arno sagt, die Hasen hätten weder Schier noch Filzstiefel.

Jeden Tag bekommt Arno für seine Arbeit zwei große Rüben. Wir backen die Rüben im Ofen. Schmecken die dann aber gut! Eine Rübe reicht für uns alle für ein Essen.

Zum Mittagessen läßt Mutti für Mariechen und mich eine halbe Rübe. Soviel auf einmal können wir nicht aufessen, doch bis zum Abend ist alles weg.

Maria und ich haben gerade zu Mittag gespeist. Sie sitzt auf dem Ofen und strickt an einer Socke. Wahrschein¬lich hat sie mich schon längst überholt. Soll sie, ich bin es schon satt, dieses Stricken. Ich kann nicht mehr stricken, ich bin müde. Mir tut das Kreuz weh, so ist es. Sogar im Schlaf stricke ich und stricke, und die Maschen krie-chen und kriechen über die Stricknadeln, und es sind ihrer so viele, daß sie den ganzen Schlaf hindurch kriechen. Auch im Schlaf überholt mich Maria immer, kaum aber beginne ich, mich zu beeilen, purzeln gleich alle Maschen von den Stricknadeln 'runter und lassen sich dann nicht mehr aufnehmen. Ich schreie dann und erwache.

Hm, interessant, warum Maria mir gar nichts sagt? Wahrscheinlich will sie, daß ich länger nicht stricke. Dann wird sie mit ihrer Socke zuerst fertig sein.

Nein, das Kreuz tut mir nicht weh. Ich habe bloß Spaß gemacht. Nur faule Leute sagen so. Ich bin nicht faul. Ich hätte nur gern ein bißchen gespielt, aber mit wem sollte ich denn spielen? Gut, ich schau nur noch einmal zum Fenster hinaus, und dann werde ich weiterstricken.

Ich hauche auf die Fensterscheibe, bis dort ein helles rundes Fleckchen entsteht. Ich schaue durch dieses Fleck¬chen. Vor dem Fenster liegt eine große, große Schneewehe. Sie bedeckt sogar ein Stück vom Fenster: Die Fensterschei¬ben sind am unteren Rand dunkel. Jetzt hat es Vatis Fu߬tapfen bestimmt warm. Auf der Straße ist alles weiß, und die Sonne scheint hell, hell. Gut, daß der Fleck auf der Fensterscheibe klein ist und daß man nur mit einem Auge hineinschauen kann. Würde man mit beiden Augen zu¬gleich schauen, könnte man wahrscheinlich blind werden.

Auf der Straße ist niemand zu sehen. Dort ist nie je-mand zu sehen. Alle Kinder sitzen in ihren Stuben.

Ich schaue dorthin, wo Elsa wohnt. Dort kommt jemand die Straße entlang. Das ist Tante Dascha, die den Leuten Briefe bringt. An Elsas Haus geht sie vorbei. So ist es im¬mer: Sie geht nur in die Häuser hinein, wo Russen woh¬nen. Danach gehen russische Tanten in schwarzen Kopftü¬chern. Verteilt Tante Dascha schwarze Kopftücher? Wahr¬scheinlich schicken die russischen Vatis solche von der Front nach Hause.

Es wäre schön, wenn auch mein Vati der Mutti ein schwarzes Kopftuch schicken würde. Muttis Kopftuch ist schon ganz alt.

Tante Dascha bleibt vor unserem Haus stehen. Sie öffnet ihre Tasche, schaut hinein und kommt dann stracks zu uns herüber.

„Hast wohl Mutti ein schwarzes Kopftuch gebracht?" frage ich Tante Dascha, als sie in unsere Stube tritt.

„Was für ein Kopftuch!" sagt sie. „Ich habe für euch einen Brief von Vati. Los, tanzt mal!"

Ein Brief von Vati! Hat Vati vielleicht auch ein Kamel¬chen geschickt? Wäre das aber fein!

Maria singt deutsche Schnörkel und tanzt, und ich hopse so hoch, wie ich nur kann.

Den Brief öffnen wir nicht. Sollen erst alle nach Hause kommen, dann wird Mutti ihn laut vorlesen. Wir klettern wieder auf den Ofen und stricken weiter. Wir wollen die Socken beenden, bis Mutti kommt. Sie wird uns loben, und morgen wird sie die Socken in den Dorfsowjet bringen, da¬mit der Dorfsowjet sie an die Front schickt. Dort werden unsere roten Soldaten und Kommandeure die Socken an-ziehen, ihren Füßen wird es warm werden, und sie können dann schneller vorwärts gehen und die Faschisten fortja¬gen. Dann wird der Krieg zu Ende sein, alle Vatis kommen zu ihren Kindern und alle Leute können dann wieder zu Hause leben.

Mutti kommt zusammen mit Arno. Maria möchte gerne, daß auch Mutti erst mal tanzt, doch Mutti will nicht. Sie läßt sich nur auf ihren Klotz nieder, knöpft den Mantel oben auf, streicht das Kopftuch nach hinten und bleibt so sitzen. Dafür springt Arno bis zur Decke und schreit aus vollem Halse „Hurra-a! Faschisten kaputt!" und wirft Mütze, Fausthandschuhe und Schal in die Luft. Maria und ich hüpfen und schreien mit Arno um die Wette.

Über die Schule schreibt Vati nichts. Auch darüber, welcherart sein Dorf ist, schreibt er nicht. Er schreibt nur, daß er in der Taiga arbeitet — so heißt wahrscheinlich das Dorf. Und noch schreibt er, daß alles bei ihm in Ordnung sei und daß dort viele, viele Tannenbäume stehen, auch daß es im Winter sehr schön sei und daß Mutti sich keine Sorgen machen soll: Seine Arbeit ist nicht schwer. Ich kann gar nicht behalten, als was er arbeitet. Mutti erklärt mir, daß er russisch das sagt, was die einen deutsch sagen, dann sagt er wieder deutsch, was andere russisch sagen. Ich verstehe nicht, wozu Vater unbedingt alles nicht so sagen muß, wie es die anderen sagen. Doch Mutti erklärt, daß es so sein müsse, damit die Leute einander verstehen, dann können sie besser arbeiten. Und noch sagt sie, Vati habe eine gute Arbeit.

Über das Kamelchen schreibt Vater nichts; wahr-scheinlich will er es gleich mitbringen. Ich sage Mutti, sie möge ihm schreiben, daß er mir das Kamelchen auch schicken kann und es nicht unbedingt mitbringen muß. Er kann es von einem Tannenbaum nehmen - dort gibt's doch so viele Tannenbäume - und mir im Brief schicken. Doch Mutti sagt, daß das Kamelchen im Brief ganz zer¬knittert und zerbrochen wird. Und wirklich, der Brief von Vati ist ganz zerknüllt. Gut, soll's so sein, ich warte, bis Vati selbst kommt.

In der Nacht sehe ich im Traum Vaters Dorf Taiga. Es ist riesiggroß, und auf allen Straßen stehen hohe Tan¬nenbäume, und alle sind sie mit Spielzeug behängt, sie schimmern und glitzern, und wir spazieren mit Vati zwischen diesen Tannenbäumen, und wenn ich zu ihm deutsch spreche, antwortet er mir russisch, spreche ich aber rus¬sisch, antwortet er mir deutsch. Das ist interessant wie ein Spiel, und ich lache, auch Vati lacht, und jetzt weiß ich, weshalb Vati alles anders sagt: damit die Leute lustig sind und lachen. Dann pflücken wir von den Tannen kleine sil¬berne Kamelchen. Wir sammeln viele, viele ein, und als ich schon nicht mehr weiß, wohin mit ihnen, fallen sie plötzlich alle aus meinen Händen, mitten auf den weißen Schnee. Ich will sie wieder auflesen, doch im Schnee sind sie nicht zu sehen. Ich sage das Vati, doch Vati antwortet nicht. Ich blicke hoch. Vati steht da und schaut auf mich nieder, über seine Wangen rollen zwei große Tränen. Ich zeige Vati meine Hände, die leer sind, weil die Kamelchen im Schnee nicht mehr zu sehen sind, doch Vati schaut nur auf mich und schweigt. Dann beginnt er allmählich zu verschwimmen, wird unklar, verwaschen, bis er ganz verschwindet.

Ich möchte mir Vatis Fußtapfen anschauen. Doch wenn ich ihn vom Schnee befreie, wird er frieren. Ich schaufle lieber ein Loch in die Schneewehe, wie es die Nachbarkinder vor ihrem Haus gemacht haben.

Mit der Schippe ist es unbequem zu graben. Sie ist schwer, und der Griff ist dick. Er dreht sich immer in meinen Händen um, und der Schnee rutscht von der Schippe runter. Ich nehme die Kasserolle, in der Mutti Schnee schmelzt, wenn sie sich das Haar waschen will. Mit der Kas¬serolle geht es besser. Ich scharre sie voll Schnee und trage ihn zur Seite. Da sind auch schon die Steine. Ich hole den Besen, kehre sorgfältig den Schnee vom Lappen, fege auch die Grube aus. Dann nehme ich den Lappen runter. Vatis Fußtapfen ist immer noch so, wie er war, als ich ihn zugedeckt hatte.

Jetzt schaue ich mir oft Vatis Fußtapfen an. In der Grube unterm Schnee ist es auch wirklich wärmer als draußen. Wenn ich weggehe, schließe ich den Eingang mit einer alten Blechklappe vom russischen Ofen zu und scharre Schnee darauf.

Tante Dascha geht jetzt auch in Häuser hinein, wo Deutsche wohnen. Auch ihnen hat sie schon einige schwar¬ze Kopftücher gebracht. Uns aber bringt sie nur Briefe. Vati schreibt, daß er noch immer die gleiche Arbeit ver¬richte und daß Mutti sich keine Sorgen machen solle. Dann bleiben die Briefe lange, lange aus. Als aber der Schnee schon fast überall getaut und die Grube über Va¬ters Fußtapfen eingefallen ist, bringen Mutti und Arno von der Eisenbahnstation einen Onkel. Sie heben ihn vom Pfer¬dewagen, in den eine Kuh eingespannt ist, und tragen ihn auf den Händen ins Haus. Sie sagen, es sei Vati. Doch es ist nicht mein Vati. Er heißt nur so, wie mein Vati: Friedrich Karlowitsch.

Friedrich Karlowitsch liegt immer nur auf dem Bett, das Mutti bei Großväterchen Semjonytsch geborgt hat. Auf¬stehen kann er nicht. Auch sitzen kann er nicht - Mutti schiebt ihm ein paar Kissen unter den Rücken, dann ist es, als sitze er. Sein Hals ist dünn und lang, auch die Nase ist lang, und die Augen sind groß, und schauen tut er, als wäre gar nichts vor ihm. Wo mein Vati Wangen hatte, dort ist bei Friedrich Karlowitsch alles tief eingefallen. Seine Ober-lippe ist kurz, und er zeigt immer die Zähne. Als ich Mutti frage, warum Friedrich Karlowitsch immer die Zähne zeigt, sagt sie, daß sei, weil er mager ist. Aber ich bin doch auch mager, Mutti hat das selbst gesagt, zeige aber die Zähne nicht.

Jeden Abend kommen jetzt zu uns fremde Tanten. Sie fragen Friedrich Karlowitsch aus. Friedrich Karlowitsch kann nicht lange reden. Er sagt einige Worte und atmet dann lange mit offenem Mund. Jeden Abend erzählt er nur einer einzigen Tante von ihrem Mann. So haben es die Tanten selbst vereinbart. Doch kommen tun sie alle. Und oft weinen sie. Nur weinen sie nicht so, wie Mariechen und ich. Wir weinen mit der Stimme, mit der Nase und mit den Augen. Die Tanten aber weinen nur mit der Nase und den Augen.

Mutti weint auch mit ihnen. Sie sagt:

„Stellt euch nur mal vor, er hat die ganze Zeit Bäume gefällt. In seinen Briefen schrieb er aber..."

Friedrich Karlowitsch schaut, wenn er aufhört zu erzählen, in irgendeine weite, weite Ferne. Alle schauen auf ihn, doch er schweigt und rührt sich kaum. Nur sein linkes Auge zuckt ab und zu. Das ist, weil sich über dem Auge eine tiefe Narbe hinzieht. Die Narbe komme von einem Ast, der ihm von einem hohen Baum direkt auf den Kopf gefallen sei. So hatte er es den Tanten gesagt. Mutti aber, als sie ihn früher darüber fragte, hatte er ganz anderes gesagt. Ich habe das selbst gehört.

„Zur Parteiversammlung geführt…“ sagte er damals und atmete eine zeitlang tief. „Ich konnte schon nicht mehr… bin

Auch Maria nennt Friedrich Karlowitsch schon Vati. Sie hat wahrscheinlich wie auch Mutti, unseren Vati vergessen.

Einmal, als alle fort sind, trete ich an Friedrich Karlowitschs Bett und frage ihn:

„Sag mal, gab es viel Spielzeug auf den Tannenbäu¬men in deinem Dorf Taiga?"

Er schüttelt mit dem Kopf.

„Weißt du auch nicht, wo meines Vatis Fußtapfen ist?"

Gewiß weiß er es nicht. Er wendet mir nur sein Gesicht zu, auch die Augen, die mich nicht sehen, weil sie gleichsam ganz mit weicher grauer Asche bestreut sind, und legt mir seine Hand auf den Kopf. Die Hand ist wie aus Baumrinde. Ich rücke ab, und die Hand sinkt wieder auf das Bett.

Wenn es mein Vati wär', wüßte er, wo sein Fußtapfen ist und wie viel Spielzeug es auf den Tannenbäumen gibt in Vatis schönem Dorf Taiga.

Am Anfang fütterte Mutti Friedrich Karlowitsch mit dem Löffel. Bald kann er schon selbst Milch aus dem Glas trinken. Er will immer noch, doch Mutti gibt ihm jedes Mal nur ein halbes Glas.

Großväterchen Semjonytschs Mütterchen brachte uns in einem irdenen Milchtopf Sahne. Sie und Großväterchen Semjonytsch haben nie zu Hause gewohnt. Sie wohnten

immer hier, im Dorf, deswegen haben sie auch nicht ihre Kuh zu Hause zurückgelassen. Ihre Kuh heißt Sorjka.

Mutti stellt den Milchtopf unter die Bank und sagt uns, es sei nur für Vati. Die Sahne gibt sie aber selbstverständ¬lich Friedrich Karlowitsch. Auch von der Sahne gibt sie ihm jedes Mal nur ein halbes Glas. Er trinkt es aus, schaut dann auf den Milchtopf und zittert am ganzen Leibe.

„Ach, Fritz, mehr darfst du doch noch nicht", sagt Mutti. „Gedulde dich noch ein paar Tage."

Heute nacht bin ich an der Reihe, nicht neben Mutti zu liegen. Heute liege ich am Rande. Rechts neben mir liegt Mariechen, dann Mutti, dann Arno. Nur Maria liegt nie am Rande: Sie ist doch ein Mädchen und wird nimmer ein roter Kommandeur werden.

Mariechen liegt jetzt neben mir, die Knie an den Bauch gezogen, hält Muttis Arm umklammert, hat ihr Näschen unter ihrem Arm vergraben und schnauft. Ich um¬fange Mariechen und atme ihr in den Nacken. Marias Popochen ist warm, auch selbst ist sie warm, und so ist es auch mir warm. Nur von hinten zieht es. Wahrscheinlich hat Arno von der anderen Seite die Decke auf sich gezo¬gen: Dort zieht es auch vom Fenster her. Ich versuche, die Decke wieder rüber zu ziehen, doch es gelingt nicht. Dann drehe ich mich mit dem Rücken Maria zu, um auch den Rücken ein bißchen zu wärmen. Marias Popochen rückt sofort ab. Jetzt gibt es schon mehr Platz unter der Decke, ich decke mich zu und rücke wieder näher an Maria heran. Sie wälzt sich noch ein bißchen hin und her und piepst ein wenig, doch weiter kann sie nicht mehr rücken, und sie beruhigt sich. Mir wird es warm, und ich schlafe ein.

Im Schlaf habe ich zwei Träume. Im ersten Traum sehe ich Vati. Dieser Traum ist aber irgendwie verworren. Wahrscheinlich deshalb, weil Vati so fern weilt.

Der Traum vom Vati hat noch nicht geendet, als bereits der Traum von Friedrich Karlowitsch beginnt. Dieser Traum ist hell, weil Mutti vor dem Schlafengehen den Schemel vom Fenster genommen hat, und darum in der Stube alles zu sehen ist.

Ich liege auf dem Fußboden neben Friedrich Karlowitschs Bett. Friedrich Karlowitsch klettert aus dem Bett, stellt sich auf alle viere und kriecht an mir vorbei. Mit einer Hand stützt er sich auf mein Bein, doch mir tut es nicht weh, er aber bemerkt es nicht einmal. Er gelangt bis zur Bank, setzt sich auf den Fußboden, nimmt den Milchtopf mit der Sahne und trinkt. Er trinkt lange, seine Hände mit dem Topf zittern, und Sahne tropft ihm aufs Hemd. Dann geht er wieder auf allen vieren zurück. Ich höre, wie er schwer atmet, sehe Schweißtropfen auf seiner Stirn. Er ist bestimmt sehr müde. Er hat doch wenig Kraft, kann ja nicht einmal gehen, und der Topf ist schwer, sogar ich hebe ihn mit Mühe.

„Schwer, ja?" frage ich Friedrich Karlowitsch leise.

Doch er antwortet nicht. Er schaut mich sogar nicht an. Er klettert wieder auf das Bett hinauf.

Ich erwache, weil Mutti laut weint. Ich frage Arno, warum Mutti weint. Arno sagt, daß Friedrich Karlowitsch gestorben ist.

Dann kommen viele Menschen zu uns. Sie kommen, um Friedrich Karlowitsch zu beerdigen. Beerdigen, das heißt hinters Dorf auf einen Hügel tragen und dort in die Son¬ne legen. Dort ist es warm, und die Vöglein singen. Ich will, daß man auch mich bis zum Abend beerdige, doch Arno sagt, es sei zu matschig, meine Schuhe aber seien durchlöchert. Arno bringt mich zu Großväterchen Semjonytsch. Ich könnte ja auch selbst hinübergehen, doch Sorjka steht an der Scheune. Sorjka ist stößig, und ich habe Angst vor ihr.

Sorjka reibt sich die Seite an der Scheunenecke. Zu Hause hatten auch wir eine Kuh gehabt. Im Frühjahr rieb sie sich gleichfalls an den Ecken. Sie haaren so. Arno sam¬melte dann die Wolle und walkte sie zu einem Ball. Mit diesem Ball haben dann er und seine Freunde auf der Straße gespielt.

„Arno", sag ich, „schau, Sorjka haart. Walkst du mir einen Ball?"

„Gut", sagt Arno, „ich mache dir einen."

Arno ist ein Prachtjunge. Ich habe ihn gern.

Am Abend holt mich Arno ab. Wir gehen nach Hause. An der Hausecke, wo Vatis Fußtapfen war, bleibe ich ste¬hen. Auch Arno bleibt stehen.

Vatis Fußtapfen ist nicht mehr da. Dort, wo er war, sind jetzt viele Spuren von Kuhklauen. An den schwarzen rissigen Stirnseiten der Holzbalken haften rote Haarbü¬schel.

„Arno", sage ich, "sammeln wir die Wolle!"

Arno antwortet nicht. Er faßt mich an der Hand und führt mich nach Hause.

In der Stube ist es kühl. Mutti sitzt im aufgeknöpften Mantel am Tisch, schaut starr vor sich hin und schweigt. Mariechen hat sich auf dem Ofen eingemummt und ist ebenfalls schweigsam. Arno bringt Holz aus dem Flur, holt hinter dem Ofen ein trockenes Scheit hervor und spaltet Späne ab, um den Ofen anzuheizen. Auch er spricht kein Wort. Also muß ich ebenfalls still sein und die anderen in Ruhe lassen.

Ich ziehe mich nicht aus, sondern schlüpfe nur aus den Schuhen und krabbele auf das Bett, auf dem Friedrich Karlowitsch gelegen hatte. Das Bettzeug hatte man schon abgenommen, und ich gehe über die Bretter wie über die Bohlen des Fußbodens. In der Ecke über dem Bett ist ein kleines Regal angebracht. Auf diesem liegen verschiedene Papiere, die Mutti Dokumente nennt. Diese Papiere dürfen Maria und ich nicht anrühren.

Auf dem Brett liegen auch Fotos. Am meisten sind es solche, wo in der Mitte mein Vati sitzt und rings um ihn viele Kinder. Die Fotos dürfen wir nehmen. Ich schaue sie mir gern an.

Ich setze mich auf das Bett und reihe alle Fotos, auf denen Kinder sind, rechts aneinander. Es gibt viele, viele Kinder. Ich wußte früher gar nicht, daß es auf der Welt so viele Kinder gibt. Es ist nur interessant, wo sie alle hin-gekommen sind? Sämtliche Kinder unseres Dorfes würden nicht mal für ein einziges solcher Fotos ausreichen.

Dann hole ich andere Foto herunter: Auf denen sind nur Onkels und Tanten zu sehen. Diese Fotos lege ich links von mir aneinander. Jetzt bin ich von vielen, vielen Leuten umgeben.

Viele dieser Leute kenne ich.

Dieser Onkel da mit einem runden Ding auf einem Kettchen an der Feldbluse heißt Onkel Willi. Er ist Vatis Bruder. Er kämpft an der Front gegen die Faschisten. Ein¬mal haben wir sogar von ihm einen Brief erhalten. Er schrieb, daß man sie alle, wer am Leben geblieben ist, von der Front weggenommen und in die Taiga geschickt hätte. Friedrich Karlowitsch sagte, als Mutti ihm diesen Brief gezeigt hatte, es sei ja weit von ihm, doch immer dasselbe. Onkel Willi lächelt auf dem Foto.

Und dieser Onkel, mit Schnurrbart und Säbel, der da auf einem Stuhl sitzt, das ist Muttis Onkel. Er war ein Budjonny-Reiter. Das waren solche Leute, die mit roten Fahnen auf Pferden ritten und gegen die Weißen kämpften. In einer Hand hatte jeder eine rote Fahne, in der anderen einen Säbel. Wer aber die Weißen waren, das weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß sie viele Leute totgeschlagen haben dort, wo Mutti und Vati wohnten, als sie noch zu Hause lebten und ich noch nicht auf der Welt war. Sie haben auch Muttis Onkel totgeschlagen. Sie haben ihm den Kopf mit einem weißen Säbel ganz abgeschlagen. Und als man ihn beerdigte, legte man erst ihn in den Sarg, dann seinen Kopf.

Und das da ist mein Opa. Denn es ist Vati sein Vater. Auch er hat einen Säbel und einen Revolver, sitzt aber auf einem Pferd. Mein Opa war ein Kommandeur. Er hatte einen ganzen Trupp Reiter, alle waren auf Pferden. Opa schlug sich mit dem Wakulin, der sich mit einer Bande zu Hause herumgetrieben hatte. Die Oma hatte oft zum Opa gesagt: „Würdest du doch lieber das alles bleiben lassen. Wenn Wakulin dich mal zu fassen kriegt, kann's schlimm werden." Doch mein Opa hat immer nur gelacht und dazu gemeint: „Warte nur, Mutter, den krieg ich noch an den Hammelbeinen!"

Dann kam Wakulin einst in der Nacht ins Dorf und umzingelte meinen Opa. Am Morgen trieb er das ganze Dorf an der Kirche zusammen und hängte meinen Opa mit einem Strick am Hals auf. Opa hatte den ganzen Tag gehangen, konnte nicht atmen und mußte sterben. Erst am Abend hatte man den Strick abgeschnitten und Opa heruntergenommen.

Ich schaue mir sehr gern die Fotos an. Ich kann nur nicht mit anhören, wenn Mutti das alles erzählt. Ich mache dann fest, fest die Ohren zu, um nichts zu hören, schaue Mutti auf die Lippen und warte, bis sie was anderes zu erzählen beginnt. Denn so was zu hören ist fürchterlich, ich träume dann immer, daß man auch mir den Kopf abschlägt, mit einem glatten eisigen Säbel. Mir tut es ja nicht weh, mir ist nur bange, daß mein Kopf von mir getrennt sein wird und daß ich dann wahrscheinlich ganz tot sein werde.

Auf dem Foto ist der Opa wie lebendig. Er ist meinem Vati ähnlich, und ich schaue lange, lange auf ihn. Ich habe ihn lieb. Oft sehe ich ihn im Traum, Er setzt mich vor sich auf das Pferd, und wir reiten hoch über der Erde: Ich halte die rote Fahne in die Höhe und der Opa - den Säbel…

Wir haben auch ein Foto mit einem Traktor darauf, Der Traktor fährt auf der Straße, ringsum sind viele, viele Leute, und vor dem Traktor laufen Kinder her.

Und ein Foto, auf dem viele Onkels und Tanten kleine dünne Bäumchen pflanzen, haben wir auch noch.

Ich schaue mir noch einmal alle um mich liegende Fotos an, sammle sie dann und lege sie wieder auf das Brettchen.

Was ist denn aber das da für ein Büchlein? Ganz klein und dünn. Früher ist es nicht dagewesen.

Ich mache das Büchlein auf... Drinnen ist auch ein kleines Foto, nur ist es festgeklebt. Aber das ist doch mein Vati! Mein Va-ati... Er schaut gerade auf mich. Er schaut so, als bemühe er sich, streng zu sein, doch man sieht es doch, daß er gutmütig ist. So schaute er auf mich, wenn Mutti ihm am Abend berichtete; „Ja, Vater, unser Fritzchen war heute nicht immer artig." Vati machte dann ein gerade so strenges Gesicht und sagte: „So-o? Was soll denn so was heißen, Fritzchen? Komm mal her, wir wollen mal von Mann zu Mann sprechen."

Ich hatte es gern, wenn wir mit Vati von Mann zu Mann sprachen. Vati setzte mich neben sich auf einen Stuhl, und seine Augen blickten gütig, so gütig, daß ich ihm alles ehrlich gestand. Er schimpfte nie auf mich. Und alles, al¬les verstand er! Und sagte dann zu mir:

„Na gut, ich bitte dich nur, daran zu denken, daß man Mutti nicht aufregen darf. Die Sache ist nämlich die..." Er neigte sich zu mir herab und sprach ganz leise, damit nur ich es höre: „Die Sache ist die, daß wir, ich und du, den Frauen gegenüber sehr aufmerksam sein müssen. Sie sind doch nicht so stark wie wir Männer. Nicht wahr?"

Ich war mit Vati einverstanden. Und wurde nach dem Gespräch mit ihm beinahe so groß und stark wie er. Nur von Wuchs war ich noch klein. Und Vati sagte mir:

„Na, es freut mich, daß wir beide gleicher Meinung sind. Es ist, weißt du, immer angenehm, Gesinnungsgenossen zu haben... Und jetzt kannst du mich ein bißchen drücken."

Ich umarmte Vatis Hals und drückte ihn aus allen Kräften an mich. Danach bemühte er sich schon nicht mehr, ein so strenges Gesicht zu machen, wie auf dem Foto…

Ich springe vom Bett:

„Mutti, schau mal, mein Vati!"

Mutti zuckt zusammen, wendet sich zu mir und nimmt das Büchlein.

„Das ist Vatis Parteibuch, Söhnchen", sagt Mutti.

„Und was ist das, ein Parteibuch?" frage ich,

„Dein Vater war Kommunist", sagt Mutti.

Mir ist es dennoch nicht verständlich.

„Und wer sind denn das, die Kommunisten?"

Mutti denkt eine Weile nach. Dann sagt sie:

„Kommunisten, das sind Leute, die wollen, daß es allen arbeitenden Menschen auf der Erde gut geht."

Jetzt denke ich nach. Dann frage ich:

„Mutti, als wir noch zu Hause wohnten, waren wir doch arbeitende Menschen, ja?"

„Gewiß, mein Kleiner."

„Und jetzt, Mutti. Sind wir auch jetzt arbeitende Menschen?"

„Auch jetzt", sagt Mutti.

Ich denke jetzt lange, lange nach, trotzdem ist mir manches unklar.

„Mutti, und wir sind auch noch auf der Erde?"

„Na ja, wo denn sonst?" antwortet Mutti langsam, wendet sich noch mehr zu mir und schaut auf mich mit einem Blick, als wäre ich schwer krank. Dann drückt sie plötzlich mein Gesicht an ihre Brust, und auf meinen Scheitel fallen einer nach dem anderen warme Tropfen.

(Fortsetzung folgt)

Повесть

 

Гуго Вормсбехер

 

По достоверным данным, полученным военными

военными властями, среди немецкого населения,

проживающего в районах Поволжья, имеются

тысячи и десятки тысяч диверсантов и

шпионов, которые по сигналу, данному из

Германии, должны произвести взрывы в

районах, заселенных немцами Поволжья.

...Государственному Комитету Обороны

...срочно произвести переселение

всех немцев Поволжья...

 

(Из Указа Президиума Верховного

Совета СССР от 28 августа 1941 года)

 

1

Папин след

Дождь уже давно кончился, и мне хочется на улицу. Хайнцик, наверно, уже на улице. И Карлуша, наверно, там. И Эльза. Мне дома скучно, но выйти, наверно, нехорошо, ведь и другим хочется, а не выходят. Это мы из-за папы. Он сидит за столом, положил на него руки и смотрит на них. Он давно уже так сидит. Мама сидит напротив и тоже смотрит на папины руки. Арно устроился у печки. Он сидит к столу боком, опустил голову и смотрит как будто на пол. Но я-то вижу, что он незаметно смотрит на папу. Посмотрит и опять опустит глаза, только волосы на макушке у него вверх торчат. А Мария все нянчит свою тряпочную куклу с фиолетовыми глазами, которые сама нарисовала ей химическим карандашом, когда мы еще дома жили.

Мне все хорошо видно, потому что свой чурбачок я откатил к окну, залез на него и смотрю то на улицу, то в комнату.

У нас у каждого свой чурбачок. Это дедушка Семеныч, который с нами рядом живет, напилил нам. Я люблю свой чурбачок. Он у меня уже гладкий-гладкий стал. Это потому, что я на нем все время елозю и последние штаны протираю... Я смотрю в окно. Там в одном месте даже солнышко уже вышло.

- Солнышко вышло, - говорю я.

- Помолчи, Фрицик, - говорит мама.

Я вздыхаю. Мама никогда ничего не говорит зря, значит, мне надо молчать. И сидеть дома. Мой папа уезжает сегодня далеко-далеко, в какую-то деревню. И Володин папа туда едет, и Карлушин папа, и Эльзин папа. И у всех ребят, которых я знаю, папы едут сегодня в далекую деревню. Только у Отто папа не едет - у него папа на фронте.

У всех русских ребят папы на фронте.

Наши папы едут работать. Там, наверно, много-много работы, вон сколько их едет. Правда, у нас в деревне тоже много работы, потому что, когда мы просыпаемся утром, папы никогда уже нету дома, а приходит он, только когда мама задвигает табуреткой окно, чтобы с улицы не было видно, как мы садимся ужинать. А еще в той деревне, куда едет папа, наверно, много-много детей, потому что мой папа учитель и он сказал: «Там все будут нужны...» Значит, там и учитель будет нужен, и мой папа будет там детей учить.

Эльзин папа тоже учитель. Только он не такой учитель, как мой папа. Мой папа - учитель русского языка, и он может разговаривать в деревне со всеми, даже с хромым председателем, который на двухколесной тележке ездит.

Мы тоже умеем разговаривать по-русски, потому что когда мы еще дома жили, то мы один день разговаривали по-немецки, а другой день по-русски. А здесь мы делаем не так. Здесь мы с мамой говорим по-немецки, а с папой по-русски. И с соседями мы тоже разговариваем по-русски, потому что они не понимают по-немецки. Вот только дедушка Семеныч смеется всегда, когда я говорю с ним по-русски. Он меня даже передразнивает, как маленький. Но я не обижаюсь на него. Я тогда начинаю говорить с ним по-немецки, и он ничего-ничего не понимает. Тогда и я над ним смеюсь. Но он тоже не обижается. Он тогда говорит:

- Ну ладно, Федька, не буду больше дразниться. Иди, так и быть, потереби мне бороду.

Я люблю теребить дедушки Семеныча бороду, она у него большая, и я всегда в ней что-нибудь нахожу: то травинку, то ниточку, а раз даже укололся - там маленькая щепочка была. Только я не люблю, когда он меня Федькой зовет. Я ему тогда говорю, что меня зовут Фрицик, а по-взрослому Фриц, или Фридрих, как моего папу. А когда я вырасту, говорю я ему, меня, как и моего папу, будут звать Фридрих Карлович. Но дедушка Семеныч тогда опять смеется.

На улице кто-то кричит. Я выглядываю в окно.

- Подводы едут! - соскакиваю я с чурбачка.

Папа встает. И мама тоже встает. Она говорит мне:

- Скорей, Фрицик, надень, ботинки.

Мама торопит меня. Она даже помогает мне.

В дверь кто-то стучит. Входит Карлушин папа.

- Здравствуйте, - говорит он. - Учитель, вас ждут.

Все взрослые называют папу учитель и говорят ему «вы». А ребята, с которыми Арно учился в школе, называют папу Фридрих Карлович. И все русские называют его Фридрих Карлович. Когда я спросил маму, почему взрослые называют папу учитель, она сказала, что раньше дома всегда так обращались к учителям, поэтому и сейчас так говорят. А когда раньше? Когда меня еще на свете не было, говорит мама. А когда меня на свете не было? Это мама не может мне объяснить; наверно, этого она сама не знает.

Мой папа надевает свое длинное пальто, которым мама всегда укрывает меня с Арно на ночь, берет шапку и узел и подходит к двери. Он осматривает еще раз всю комнату, наверно, чтобы что-нибудь не забыть, смотрит на нас и говорит:

- Ну, пошли.

На улице грязно. На дороге стоит несколько подвод. На них сидят дяди. Они смотрят на нас. Они ждут моего папу. Вокруг подвод стоят тети и ребятишки. Они тоже смотрят на нас. Мой папа идет по дорожке около нашего дома. На дорожке чистый песок. Это папа насыпал его сюда, чтобы не ходить по грязи. Песок на дорожке мокрый. На углу папа сходит с дорожки, прямо на размокшую землю. Он пропускает вперед Карлушиного папу, и тот идет к подводам. Папа не хочет, чтобы мы шли дальше. Он поворачивается к Арно и протягивает ему руку. Арно тоже протягивает ему руку - Арно уже большой, у него есть красный галстук.

- Ну, сын, до свиданья, - говорит папа. - Помни, о чем мы говорили. Ты теперь один в доме мужчина.

- Я все буду делать, - говорит Арно, не поднимая головы.

Мой папа обнимает Арно. Нет, он только прижимает голову Арно к своему пальто чуть повыше кармана. Потому что Арно хоть и большой, но маленький, а папа вон какой высокий. Папа стоит совсем прямой, только наклонил голову. Он приглаживает Арно волосы на макушке, потом кладет ему руку на плечо.

- До свиданья, - говорит он. - Я надеюсь на тебя.

Арно глядит вниз и кивает. Он отходит от папы. На глазах у него слезы. Он отворачивается от меня, но я все равно видел, и вечером я его буду дразнить: стыдно, такой большой, а плачет.

А Мария тоже: еще к папе не успела подойти, как уже разревелась. Даже и не стесняется нисколько, ведь скоро в школу пойдет. Ох и достанется им сегодня от меня!

Папа целует ее прямо в мокрую щеку. Теперь он поворачивается ко мне. Мама подталкивает меня к нему. Я иду прямо в его вытянутые руки. Мой папа поднимает меня высоко-высоко, так что его лицо прямо передо мной.

- Обними меня, сыночек, - тихо говорит папа.

Я люблю обнимать папу. Я обхватываю его шею руками и тяну изо всех сил к себе. Подбородок у папы немножко колючий, и мне приятно. Я не отпускаю его, я жду, когда папа скажет: «Ой, ой, отпусти меня, а то ты совсем меня задушишь!»

Но папа ничего не говорит. Может, я его уже задушил? Я отпускаю его и смотрю, живой он еще или нет. Две слезы катятся вниз по его щекам. Это, наверно, Марийкины слезы. Сначала они большие, потом они опускаются все ниже и становятся все меньше. Это потому, что из них на щеках делаются блестящие дорожки. Когда дорожки доходят почти до рта, слезы быстро расходятся в стороны: у папы вокруг рта две глубокие морщинки, и слезы никак не могут из них выбраться.

Я разглаживаю пальцем морщинку. Одна слеза подходит к моему пальцу. Я веду пальцем прямо вниз, и слеза идет тоже прямо вниз, как капля на стекле окошка, когда на улице холодно, а в доме тепло.

Папа целует меня в обе щеки. Я не люблю, когда меня целуют: я ведь не девчонка, я ведь красным командиром буду, как мой дедушка. Я вытираю ладошкой щеки и говорю:

- Папа, ты привези мне верблюдика. Такого, серебристого, на елку которого вешать.

Но папа ничего не отвечает. Он только придавливает меня к себе так, что я чуть не ойкаю. Может, папа меня не расслышал?

- Папа, верблюдика, такого, как Мария потеряла.

- Ладно, сыночек, ладно, - опять совсем тихо говорит папа.

Но он говорит это так, как говорила бабушка, когда хотела, чтобы я не приставал к ней. О серебристом верблюдике так не говорят.

- Такого, с двумя горбиками... - показываю я согнутыми ладошками. Папа опускает меня на землю. К нему подходит мама. Ну вот, и она тоже плачет! Правда, не очень громко, но ведь на дороге могут услышать, и тогда будет стыдно. Она уткнулась лицом папе в грудь, обхватила его и гладит пальто у него на спине. Может, ей жалко пальто, потому что нас с Арно теперь нечем будет на ночь укрывать?

- Пора, - говорит папа и немного отодвигает от себя маму. - Не беспокойся. Все будет хорошо. Мы докажем, что это не так, - говорит он. - Любой ценой. Это надо. Хотя бы для них, - папа кивает в нашу с Марийкой и Арно сторону. Он еще раз смотрит на всех нас.

- Пора. До свиданья.

Большими шагами папа идет к подводам. Там уже много людей. Но из дворов все выходят тети и дети. Наверно, они пойдут за подводами до конца деревни. Я тоже хочу пойти за подводами до конца деревни, но меня не пускают. Мы остаемся стоять возле дома и смотрим на дорогу. Вот папа залез на подводу. Подводы тронулись, заскрипели. Все пошли за ними. Многие плачут, а мы машем папе руками. Но папа не смотрит в нашу сторону, а потом его уже не видно. На другой день я иду гулять. Я надеваю рукавички, потому что стало холодно. Везде, где вчера были лужи, сегодня лед. Лед тонкий и белый, и, когда по нему ударишь каблуком, он ломается, а под ним, оказывается, ничего нет. Куда же делась вода? Ведь вверх она не могла уйти, там лед, а снизу земля замерзла-замерзла и тоже не пропустит воду. Я даже гвоздиком не могу проделать дырочки в земле.

Дорога вся неровная, и как проезжали здесь на лошадях, так все и застыло. По ней лучше не ходить - все время спотыкаешься. Я иду домой. На углу дома около дорожки я замечаю большой след. Это же папин след! Это же папа стоял здесь вчера! След замерз и такой, будто папа только что сошел с этого места. Я осторожно вставляю в папин след мой ботинок и пробую, хорошо ли замерзло. След твердый. Я бегу домой. Я никому ничего не говорю про след. Я только боюсь, как бы он не растаял. Вечером я спрашиваю маму:

- А завтра не будет тепло?

- Наверное, нет, сынок, - говорит мама, - что-то ветер такой холодный дует. Ты не ходи зря на улицу.

Я не хожу зря на улицу. Там и правда все время холодно. Я выхожу на улицу, только чтобы посмотреть папин след. Папин след замерз крепко-крепко, и внутри у него по краю белая полоска. Может, кто-то там мелом провел? Я знаю, что такое мел. Мел - это такой брусочек, которым в шко-ле пишут. Когда мы жили еще дома, у нас был мел, и Марийка писала мне буквы на крыльце. Марийка умеет писать буквы. Ее папа научил.

Он ее и в школу с собой брал. Марийка тогда исписала все крыльцо. Потом вышла мама и сказала, что писать уже хватит и надо стереть с доски. Марийка намочила тряпку и стала стирать буквы со всех досок. Я сказал ей, что мама сказала, чтобы она стерла только с одной доски, а не со всех, а Марийка сказала мне, что все крыльцо - это доска. Она стерла буквы, но все равно их еще немножко было видно. Ей пришлось вымыть крыльцо.

Я пробую кончиком пальца белую полоску в папином следе. Под пальцем сразу показывается черная земля, а кончик пальца становится мокрый. Нет, это, наверно, не мел. Я не буду стирать всю полоску, пусть так останется, так красивее. На улице мороз. Папиному следу, наверно, холодно. Я выдергиваю из крыши сарая немного соломы и укрываю папин след. На следующее утро соломы на следе нет. Это ветер сдул ее.

В сарае я видел старую тряпку. Я вытряхиваю из нее пыль и стелю на папин след. Чтобы ветер не сдул тряпку, я кладу на нее по краям камни. Теперь папиному следу будет тепло. Вечером мама спрашивает: кто это натаскал камней под окно? Я говорю, что я там играю.

Ночью выпал снег. Снег выпал и на тряпку. Я убираю камни, стряхиваю с тряпки снег и снова стелю ее. Вечером мама говорит:

- Слава богу, снег пошел. Побольше бы навалило, а то земля вся промерзнет.

- Разве под снегом ей будет тепло? - спрашиваю я.

- Под снегом ей будет тепло, - говорит мама.

Я не понимаю, как под холодным снегом может быть тепло, но раз мама говорит, то это, наверно, так. Мама и раньше иногда говорила такое, что я не понимал, а потом, когда я проверял, всегда было так, как она говорила. Больше я не стряхиваю снег с тряпки. Пусть на папин след нанесет много-много снегу, чтобы ему было тепло.

Мама на работе. Арно тоже на работе - он возит с поля на санях свеклу. Все большие ребята в деревне возят с поля свеклу.

Свекла лежит на поле в большой куче, как наш дом. Всю кучу занесло снегом, и получилась снежная гора. К этой горе прибегают зайцы. Они наедятся свеклы, потом залезают на гору и катятся вниз. Арно видит их каждый день. Я зайцев не видел и не знаю, как они катаются с горы, если у них нет санок или старого мешка, на который можно садиться. Может, у них такие загнутые доски, как у дедушки Семеныча? Эти доски называются лыжи, и дедушка Семеныч привязывает их к валенкам.

Но Арно говорит, что у зайцев нет ни лыж, ни валенок. Каждый день Арно получает за работу две большие свеклы. Мы печем свеклы в печке, и тогда они вкусные-вкусные. Одной свеклы хватает нам всем раз поесть. На обед мама оставляет нам с Марийкой полсвеклы. Мы не можем съесть сразу столько, но к вечеру съедаем всё.

Мы только что пообедали с Марийкой. Она сидит на печке, вяжет носок. Наверно, она уже намного обогнала меня. Ну и пусть. Мне надоело вязать. Если бы эти носки были для нас, то я бы тоже вязал, а то мама все равно отнесет их кому-нибудь. Не хочу я вязать, я устал. У меня поясницу ломит, вот. Я даже во сне всё вяжу и вяжу, и петли ползут и ползут по спицам, и их так много, что они ползут весь сон. Марийка меня во сне всегда обгоняет, а стоит мне заторопиться, как все петли сразу сползают со спиц и никак не даются, чтобы их снова набрать. Я тогда кричу и просы-паюсь. Марийка что-то ничего не говорит мне. Наверно, она хочет, чтобы я подольше не вязал. Тогда она первая закончит носок.

Нет, у меня поясница не болит. Это я пошутил. Это только ленивые так говорят. Я не ленивый. Я только хотел бы поиграть немножко, да не с кем. Ладно, сейчас я посмотрю еще чуточку в окно, а потом буду опять вязать. Я дышу на стекло, пока там не появляется светлый кружочек. Я смотрю в этот кружочек. Под окном большой-большой сугроб. Он даже немножко окно закрыл — край стекла внизу темный. Теперь папиному следу, наверно, тепло. На улице все бело, и солнце светит ярко-ярко. Хорошо, что кружочек на стекле маленький и можно смотреть только одним глазом. А то если бы сразу двумя глазами посмотреть, можно, наверно, ослепнуть.

На улице никого нет. Там всегда никого нет. Все ребятишки сидят дома.Я смотрю туда, где живет Эльза. Там кто-то идет по улице. Это тетя Даша, которая носит письма. Она проходит мимо Эльзиного дома. Она всегда заходит в дома только к русским. После этого некоторые тети ходят в черных платках. Может, тетя Даша разносит черные платки? Наверно, их русские папы с фронта присылают. Хорошо, если бы и мой папа прислал маме черный платок. У мамы платок уже совсем старый.

Тетя Даша поравнялась с нашим домом. Она открывает сумку, смотрит в нее и идет прямо к нашему дому.

- Ты принесла маме черный платок? - спрашиваю я тетю Дашу, когда она заходит к нам.

- Какой еще платок? - говорит она. - Я принесла вам письмо от папы. Пляшите!

Письмо от папы! Может, папа прислал мне и верблюдика? Вот было бы здорово!

Марийка поет по-немецки частушку и пляшет. Я прыгаю высоко-высоко!

Письмо мы не открываем. Пусть все придут домой, тогда мама прочитает его вслух. Мы залезаем на печку и вяжем дальше. Мы хотим закончить носки, пока мама придет. Она нас похвалит, а завтра отнесет носки в сельсовет, чтобы сельсовет послал их на фронт. Там наши красные солдаты и командиры наденут носки, их ножкам будет тепло, и они смогут быстрее идти вперед и прогнать фашистов. Тогда война кончится, и все папы вернутся опять к своим детям, и все люди смогут опять жить у себя дома.

Мама приходит вместе с Арно. Марийка хочет, чтобы мама тоже сплясала, но она не пляшет. Она только садится на скамейку, расстегивает верхнюю пуговицу пальто, сдвигает платок на затылок да так и сидит. Зато Арно прыгает до потолка и кричит: «Ура! Смерть фашистским оккупан-там!» - и кидает вверх шапку, рукавицы и шарф.

Мы с Марийкой опять прыгаем и кричим вместе с Арно. Папа ничего не пишет про школу. И про то, какая у него деревня, тоже не пишет. Он только пишет, что работает в Тайге - так, наверно, деревня его называется. И еще он пишет, что у него все хорошо, и что там много-много елок стоит, и зимой очень красиво, и чтобы мама не беспо-коилась - работа у него не тяжелая. Я никак не могу запомнить, кем он работает. Мама объясняет мне, что он говорит по-русски то, что говорят одни по-немецки, а потом говорит по-немецки то, что другие говорят по-русски. Мне непонятно, зачем папе надо обязательно говорить все не так, как говорят остальные. Но мама говорит, что так нужно, чтобы люди понимали друг друга, тогда они смогут хорошо работать. И еще она говорит, что у папы хорошая работа и что, слава Богу, это не деревья валить.

Про верблюдика папа ничего не написал; наверно, он хочет сразу привезти его. Я говорю маме, чтобы она написала ему, что он может и прислать мне верблюдика, не обязательно его с собой везти. Пусть снимет с какой-нибудь елки - там же много елок - и пришлет мне в письме. Но мама говорит, что в письме верблюдик весь изомнется и поломается. И правда, письмо от папы совсем измятое. Ладно, так и быть, я подожду, пока папа приедет.

Ночью мне снится папина деревня Тайга. Она большая-большая, и на всех улицах в ней стоят высокие елки, и все-все елки в игрушках, и блестят-блестят, и мы ходим с папой среди елок, и когда я говорю с ним по-немецки, он мне отвечает по-русски, а когда я говорю по-русски, он отвечает мне по-немецки. Это интересно, как игра, и я смеюсь, и папа смеется, и я теперь знаю, зачем папа говорит все не так, - это чтобы людям было весело. А потом мы срываем с елок маленьких серебристых верблюдиков. Мы набираем их много-много, и, когда мне уже некуда их класть, они вдруг падают у меня из рук прямо на белый снег. Я хочу их подобрать, но на снегу их совсем не видно. Я говорю об этом моему папе, но папа ничего не отвечает. Я смотрю вверх. Папа стоит и смотрит на меня. По его щекам катятся две большие слезы. Я показываю папе мои руки, в которых ничего нет, потому что верблюдиков не видно на снегу, но папа только смотрит на меня и молчит. Потом он начинает куда-то уплывать и уплывает, уплывает, пока не исчезает совсем.

Я хочу посмотреть папин след. Но если его раскрыть от снега, ему будет холодно. Я лучше вырою в сугробе нору, какую вырыли перед своим домом соседские ребята. Лопатой рыть неудобно. Она тяжелая, и черенок у нее толстый. Как только я наберу на нее снегу, она крутнется у меня в руках, и весь снег опять сваливается с нее. Я беру кастрюлю, в которой мама растапливает снег, когда собирается мыть голову. С кастрюлей лучше.

Я нагребаю в нее снег и отношу в сторону. Вот уже и камни. Я приношу веник, сметаю с тряпки весь снег, подметаю и в норе. Потом открываю след. Папин след такой же, как и когда я его закрывал. Теперь я часто хожу смотреть папин след. В норе, под снегом, и правда теплее, чем снаружи. Когда я ухожу, я закрываю вход старой заслонкой от русской печки и присыпаю снегом.

Тетя Даша заходит теперь в дома и к немцам. Туда она тоже принесла уже несколько черных платков. А нам она носит только письма. Папа все пишет, что работает на той же работе и чтобы мама не беспокоилась. Потом писем долго-долго нет. А когда снег уже почти растаял и нора над папиным следом завалилась, мама и Арно привозят со станции какого-то дядю. Они снимают его с телеги и заносят на руках в дом. Они говорят, что это мой папа. Но это не мой папа. Его только зовут как моего папу - Фридрих Карлович.

Фридрих Карлович все время лежит на кровати, которую мама попросила у дедушки Семеныча, а вставать он не может. И сидеть он не может - мама подкладывает ему под спину подушки, и тогда он как будто сидит. Шея у него тонкая и длинная, и нос длинный, а глаза большие и смотрят так, будто перед ними совсем ничего нет. Где у папы щеки были, там у Фридриха Карловича глубокие ямки. Верхняя губа у него короткая, и он все время показывает зубы. Когда я спрашиваю маму, почему Фридрих Карлович все время зубы показывает, она говорит, что это потому, что он худой. Но ведь я тоже худой, мама сама говорила, а я же зубы не показываю.

Каждый вечер теперь к нам приходят разные тети. Они расспрашивают Фридриха Карловича. Фридрих Карлович не может долго разговаривать. Он скажет несколько слов, потом долго дышит открытым ртом. Каждый вечер он рассказывает только одной тете про ее мужа. Так тети сами договорились. Но приходят они все. И часто плачут. Только они плачут не так, как мы с Марийкой. Мы когда плачем, то плачем и голосом, и носом, и глазами. А тети плачут только глазами. Мама тоже с ними плачет. Она говорит:

- Подумать только, он все это время валил лес. А домой писал...

Фридрих Карлович закончит рассказывать и смотрит куда-то далеко-далеко. Все смотрят на него, но он молчит и даже не пошевелится. Только левый глаз у него иногда дергается. Это оттого, что у него над глазом глубокий шрам. Шрам у него от сучка, который упал с высокого дерева прямо ему на голову. Так Фридрих Карлович тетям сказал. А маме, когда она раньше его про шрам спрашивала, он не так сказал. Маме он сказал совсем по-другому, я это сам слышал.

- На партсобрание вели...- сказал он тогда и подышал. - Я уже не мог, упал... Прикладом...

Марийка тоже стала называть Фридриха Карловича папой. Она, наверно, как и мама с Арно, забыла моего папу. Раз, когда все куда-то вышли, я подхожу к Фридриху Карловичу и спрашиваю:

- Скажи, а в твоей деревне на елках много игрушек было?

Он качает головой.

- А ты знаешь, где моего папы след?

Конечно, он не знает. Он только поворачивает ко мне лицо и глаза, которые не видят меня, потому что они как будто совсем засыпаны мягкой серой золой, и кладет свою руку мне на голову. Рука у него как кусок коры. Я отодвигаюсь, и рука падает на постель.

Если бы это был мой папа, он бы знал, где его след и как много игрушек на елках в красивой папиной деревне Тайга.

Сначала мама кормит Фридриха Карловича с ложки. Потом он уже сам пьет из стакана молоко. Он всегда просит еще, но мама дает ему только по полстакана. Бабушка дедушки Семеныча принесла нам в кринке сливок. Она со своим дедушкой никогда не жила дома. Они всегда жили здесь, в деревне, поэтому и корову они дома не оставили. Их корову зовут Зорька.

Мама ставит кринку под лавку и говорит нам, что это только для папы. Но поит она сливками, конечно, Фридриха Карловича. Сливки она дает ему тоже по полстакана. Он выпьет, и смотрит на кринку, и дрожит весь.

- Ах, Фриц, ну нельзя же тебе много, - говорит мама. - Потерпи еще несколько дней.

Сегодня ночью моя очередь лежать не рядом с мамой. Я лежу с краю. Справа от меня лежит Марийка, потом мама, потом Арно. У нас только Марийка не лежит с краю - она ведь девчонка и никогда не будет красным командиром.

Марийка лежит сейчас рядом со мной, подтянула к животу ноги, обхватила мамину руку, уткнулась ей носом в плечо и сопит. Я обнял Марийку, уткнулся ей в шею. Попка у Марийки теплая, и вся она теплая, поэтому и мне тепло. Только сзади поддувает. Наверно, Арно с другого края потянул одеяло на себя - там от окна тоже дует. Я пробую перетянуть одеяло к себе, но не получается. Тогда я поворачиваюсь к Марийке спиной, чтобы погреть немножко и спину. Марийкина попа сразу отодвигается от меня. Теперь места под одеялом уже больше, я укрываюсь и снова придвигаюсь к Марийке. Она еще ворочается немножко и пищит, но дальше ей двигаться некуда, и она успокаивается. Мне теперь тепло, и я засыпаю.

Во сне я вижу два сна. Сначала я вижу сон про папу. Этот сон какой-то темный. Наверное, потому, что папа далеко.

Сон про папу еще не кончился, как начался сон про Фридриха Карловича. Этот сон светлый, потому что когда мама ложится спать, она убирает табуретку от окна, и в комнате все видно.

Я лежу на полу около кровати Фридриха Карловича. Фридрих Карлович слезает с кровати, встает на четвереньки и ползет мимо меня. Рукой он опирается на мою ногу, но мне не больно, а он и не замечает. Он подползает к лавке, садится на пол, берет кринку со сливками и пьет. Он пьет долго, кринка у него в руках дрожит, и сливки капают ему на рубашку. Потом он опять становится на четвереньки и ползет обратно. Когда он ползет мимо меня, он тяжело дышит и на лице у него блестят капельки пота. Он, наверно, очень устал. У него же мало сил, он и ходить-то не может, а кринка тяжелая, я и то еле поднимаю ее.

- Что, тяжелая? - спрашиваю я его шепотом. Но он ничего не отвечает. Он даже не смотрит на меня. Он опять залезает на кровать. Просыпаюсь я оттого, что мама громко плачет. Я спрашиваю Арно, почему мама плачет. Арно говорит, что Фридрих Карлович умер.

Потом к нам приходит много людей. Они пришли хоронить Фридриха Карловича. Схоронить - это значит отнести на горку за деревней и положить на солнышке. Там тепло и птички поют. Я хочу, чтобы меня до вечера тоже схоронили, но Арно говорит, что идти туда грязно, а ботинки у меня худые. Арно ведет меня к дедушке Семенычу. Я бы и сам дошел, да Зорька стоит у сарая. Зорька бодучая, и я ее боюсь. Зорька трется боком об угол. Дома у нас тоже была корова. Весной она тоже терлась об углы. Это они так линяют. Арно тогда собирал старую шерсть и скатывал из нее мячик. Этим мячиком он играл потом с ребятишками на улице.

- Арно, - говорю я, - смотри, Зорька линяет. Ты скатаешь мне мячик?

- Ладно, - говорит Арно, - скатаю.

Арно хороший. Я его люблю. Вечером Арно приходит за мной. Мы идем домой. Около угла дома, где был папин след, я останавливаюсь. Арно тоже останавливается. Папиного следа больше нет. На его месте много следов от коровьих копыт. На черных, в трещинах, торцах бревен налипли красные клочки шерсти.

- Арно, - говорю я, - давай соберем эту шерсть.

Арно ничего не отвечает. Он берет меня за руку и ведет домой. Дома у нас прохладно. Мама в расстегнутом пальто сидит у стола, смотрит прямо перед собой и молчит. Марийка залезла на печь, укуталась и тоже молчит. Арно принес из сенок дров, достал из-за печки сухое полено и щепает лучинки, чтобы растопить печь. Он тоже ничего не говорит. Значит, и мне надо молчать и ни к кому не приставать.

Я не раздеваюсь, я только снимаю ботинки и залезаю на кровать, на которой лежал Фридрих Карлович. Постель с кровати уже сняли, и я хожу по доскам, как по полу. В углу над кроватью приделана небольшая полочка. На полочке лежат всякие бумаги, которые мама называет «документы». Трогать документы нам с Марийкой нельзя. На полочке лежат и разные фотокарточки. Больше всего карточек, на которых мой папа сидит в середине, а вокруг него много-много детей. Фотокарточки нам можно трогать. Я люблю смотреть фотокарточки.

Я сажусь на кровать и раскладываю все фотокарточки, на которых дети, справа. Детей получается много-много. Я даже не знал раньше, что на свете так много детей. Интересно только, куда они все делись? У нас в деревне детей не хватит даже на одну такую фотокарточку.

Потом я достаю с полочки другие фотокарточки. На них нет детей, на них только дяди и тети. Эти фотокарточки я раскладываю слева от меня. Вокруг меня получается много-много людей.

Многих из них я знаю. Вот этого дядю с круглой штучкой на цепочке на гимнастерке зовут дядя Вилли. Это моего папы брат. Он воюет на фронте. Раз мы даже от него письмо получили оттуда. А недавно опять получили от него письмо. Он писал, что их всех, кто живой остался, собрали с фронта и отправили в Тайгу. Фридрих Карлович, когда мама показывала ему это письмо, сказал, что это хоть и далеко от него было, но все равно то же самое.

Дядя Вилли на фотокарточке улыбается. А вот этот дядя с усами и с саблей, который сидит на стуле, это мамин дядя. Он был буденовец. Буденовцы — это такие люди, которые скакали на лошадях с красным флагом и дрались с белыми. В одной руке у каждого красный флаг, в другой сабля. А кто такие белые, я не знаю. Знаю только, что они много людей убили там, где папа и мама жили, когда еще дома были, а меня на свете не было. Они и маминого дядю убили. Они ему голову совсем отрубили белой саблей. Поэтому когда его хоронили, то сначала в гроб положили его, а потом его голову,

А вот это мой родной дедушка. Потому что он папин папа. Он тоже с саблей и с наганом, только на коне. Мой дедушка был командир. У него был целый отряд, и все на конях. Дедушка дрался с Вакулиным, который ездил с бандой. Бабушка часто говорила дедушке: «Бросил бы ты это, доберется до тебя Вакулин, плохо тебе будет». Но мой дедушка только смеялся и говорил: «Подожди, мать, я еще сам до него доберусь».

А потом Вакулин пришел ночью в деревню и окружил моего дедушку. А утром согнал всю деревню к церкви и повесил моего дедушку за шею на веревке. Дедушка весь день висел и не мог дышать и поэтому умер. Только вечером перерезали веревку и сняли дедушку.

Я очень люблю смотреть эти фотографии. Я только не люблю, когда мама рассказывает кому-нибудь про них. Я тогда затыкаю уши крепко-крепко, чтобы ничего не слышать, смотрю маме на губы и жду, когда она заговорит про что-нибудь другое. Слушать это очень страшно, мне всегда потом снится, что мне тоже отрубают голову гладкой прохладной саблей. Мне не больно, мне только очень страшно, что моя голова будет отдельно от меня и что я после этого буду, наверно, мертвый. На карточке дедушка совсем как живой. Он похож на моего папу, и я долго-долго смотрю на него. Я его люблю. Я часто вижу его во сне. Он сажает меня перед собой на коня, и мы скачем с ним высоко-высоко над землей: я держу вверх красный флаг, а дедушка - саблю...

А еще у нас есть фотокарточка с трактором. Трактор идет по улице, а кругом много-много народу, и впереди ребятишки бегут. И фотокарточка, где много дядей и теть сажают маленькие тоненькие деревья, тоже у нас есть. Я смотрю еще раз на все фотокарточки, разложенные вокруг меня, потом собираю их и кладу опять на полочку. А это что тут за книжечка? Совсем маленькая и совсем тоненькая. Раньше ее здесь не было.

Я открываю книжечку. В ней тоже маленькая фотокарточка, только приклеенная. Это же мой папа! Мой па-апа-а... Он смотрит прямо на меня! Он смотрит так, будто очень старается быть строгим, но все равно видно, что он добрый. Так он смотрел на меня, когда мама говорила ему: «А наш Фрицик, папа, сегодня что-то не очень слушался». Папа делал тогда такое же строгое лицо и говорил: «Ну-у? И в чем же дело, Фрицик? Ну-ка, иди сюда, поговорим с тобой по-мужски».

Я любил, когда папа говорил со мной по-мужски. Он сажал меня рядом с собой на стул, и глаза у него были добрые-добрые, и я честно-честно все рассказывал ему. Он никогда меня не ругал. И все-все понимал! И говорил мне потом:

- Ну что ж, я только прошу тебя помнить, что маму огорчать не надо. Дело в том, - он наклонялся ко мне и говорил совсем тихо, чтобы только я слышал. - Дело в том, что к женщинам мы должны с тобой быть очень внимательными. Они ведь слабые, не то что мы, мужчины. Согласен?

Я был согласен с папой. И от разговора с ним становился почти такой же большой и сильный, как он. Только ростом был маленький. А папа говорил мне:

- Ну, я рад, что мы оба думаем одинаково. Всегда, знаешь ли, приятно иметь единомышленников... А теперь ты можешь подушить меня.

Я обнимал папу за шею и душил изо всех сил. После этого он уже не старался делать строгое лицо, как на фотокарточке... Я соскакиваю с кровати:

- Мама! Смотри, мой папа!

Мама вздрагивает, поворачивается ко мне и берет книжечку.

- Это папин партбилет, сыночек, - говорит она.

- А что такое партбилет? - спрашиваю я.

- Твой папа был коммунистом, - говорит мама.

Но мне все равно непонятно.

- А кто такие коммунисты? - спрашиваю я.

Мама думает. Потом говорит:

- Коммунисты - это те, кто хочет, чтобы всем рабочим людям на Земле жилось хорошо.

Теперь думаю я. Я думаю о том, что раньше, когда мы еще дома жили, мы жили хорошо - ведь все так говорят.

- Мам, а когда мы еще дома жили, мы ведь рабочие люди были, да?

- Конечно, маленький. Значит, правильно. Мы были рабочие люди, и нам было хорошо. А почему же теперь нам плохо? Может, мы уже не рабочие люди?

- А сейчас мы рабочие люди, мама?

- И сейчас тоже, - говорит мама.

Мне снова непонятно. Я долго думаю, но мне все равно непонятно.

- И мы на Земле живем? - спрашиваю я.

Мама смотрит на меня, как будто ей тоже что-то непонятно.

- Ну да, а где же? - медленно отвечает она, поворачивается ко мне еще больше и смотрит на меня, будто я очень болен. Потом она вдруг резко прижимает мою голову к груди, и на макушку мне одна за другой падают теплые капли.

(продолжение следует)



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