Эмиграция и возрождение в России в 1764-1855 г. – ч.2 (рукопись 200-летней давности) (30.11.2017)


Anton Schneider

 

Denkschrift über den Ansiedlungszustand der Einwanderer und die Geschlechterlinie unserer Stammfamilien in Russland als wie auch über die merkwürdigsten Begebenheiten und Ereignisse in und außerhalb unserer Familien von dieser Zeit bis auf gegenwärtige Zeit 1764 - 1770

(ein über 200 Jahre altes Manuskript)

 

Erste Teil

 

Ins Russische wurde es zum ersten Mal übersetzt von Antonina Schneider-Stremjakowa

 

Über den Ansiedlungszustand der Kolonie Tonkoschurowka

 

Vorstehendes Stammregister der alten deutschen Ansiedler gibt uns die Mittel in die Hand, den Zeitraum, in dem sie für die späteste Zeit, in der bereits 90 Jahre verflossen sind, deren Begebenheiten, Schicksale samt den Einrichtungen in kurzer Übersicht aufzuzeichnen und darzustellen anfingen.

Die Niederlassung begann in dem Jahre 1765, und es waren laut der oben angesetzten Grundliste 82 Familienwirte, zum Teil einzeln und zum Teile in den ganzen Familien bestehend. Die Zahl der Seelen ist mir unbekannt. Gegenwärtig aber hat sich die Familienzahl der hiesigen Kolonie bis auf 331 Familien vollständig vermehrt und zählt nach der 9-ten Volkszählung 1.789 männliche und 1.456 weibliche Seelen, in allem 2.945, welche meistenteils von dem Zuwachs der ersten Ansiedler entsprossen sind, doch sind mittlereile viele Kolonisten aus anderen Kolonien mit Erlaubnis der höheren Obrigkeiten in dieser Kolonie ansässig geworden.

Aus der oben verzeichneten Grundliste zählen wir nur noch 32 Familien in ihrer Geschlechterlinie, die übrigen 50 Etablierten aber sind entweder gleich vom Anfange teils gestorben, teils von den Kergiesen²⁴ geraubt und teils in andere Kolonien überzogen; auch diejenigen, welche an keine sozialen Familien gebunden waren, sind bei Nacht und Nebel davongelaufen, daß niemand wußte wohin sie gekommen sind. Vielleicht ist mancher wieder ins Vaterland zurückgegangen?

Unsere Alten waren meist aus den Landschaften Bayern, Elsaß, Lothringen und Tirol. Der mehrste Teil dieser Ansiedler war unbemittelt und äußerst arm. In ihrem Vaterlande hatten sie kein Land noch Sand, daher suchten sie sich hier einen neuen Herd zu bauen. Der mehrste Teil der alten Ansiedler gehörte zu den Professionisten, Handwerkern und Tagelöhnern, der kleinste Teil aber bestand aus Bauern, die auch zu diesem Geschäft in der hiesigen Gegend genug Kenntnisse hatten, und in solchem Zustand, der äußerst arm gewesen, waren sie anfänglich niedergebeugt durch Mühseligkeiten und waren der Beschwerden müde.

Die Kolonie Tonkoschurowka hat in der Kanzleisprache ihren Namen von dem Eigennamen eines bei der Ankunft unserer Väter allhier ansässig gewesenen Malorossijaner²⁵, der sich „Tonkaschkura“ nannte, erhalten. Auf deutsch von dem ersten hier gewesenen Vorsteher „Pfannenstiel“.

In späterer Zeit, nachdem die Gemeinde sich etwas erholt hatte und sich eine aus dem Waldholz selbst erbaute Kirche aufstellte, welche unter dem Titel „Maria Himmelfahrt“ benamset wurde, endlich den Namen Mariental erhalten. Der Religion nach waren alle Etablierten der römisch-katholischen zugetan, in der wir denn auch als Nachfolger leben und sterben wollten.

 

Von den Handwerkern

 

Die vornehmsten Handwerker, welche sich vorzugsweise auszeichneten, waren bekanntlich die folgende Personen.

Peter Pfannenstiel, obenerwähnter erster Vorsteher, war einer mit vielen Talenten ausgezeichneter Mann, nicht nur im Verstande allein, sondern in den Künsten schöner Wissenschaften Begabter, denn er verstand die technische Gewerbekunde und hatte große Anlagen zu andern Dingen mehr, die mit der Zeit vielen Nutzen für das gemeinschaftliche Wesen hätten hervorbringen können. Er entwarf den Abriß hiesiger Kolonie und stellte denselben in einen regelmäßigen Plan, daß ein jedes Haus ein Eckhaus ist, und je alle vier Höfe mit dem Hintergrunde zusammenstoßend ein Quartal bilden. Er baute die erste hier am Karamanflusse jetzt noch existierende Wassermühle mit zwei Mahlgängen, die bis jetzt noch den Namen Pfannenstielische Mühle in den Kanzeleien zum Unterschiede zu den übrigen führt; nebst dieser Wassermühle hatte er sich eine Holzschneidmühle erbaut, die durch technische Kunst von Pferden getrieben, die dicksten Stämme schönstens durchschnitt. Er verfertigte Sensen, Feilen, Sicheln und anderes vortreffliches Schnittgeschirr. Sein früher Tod, leider, vereiltete seine schönen Künste und wohltätigen Anlagen den anderen seinen Mitbrüdern mitteilen zu können, und so mit seinem Tode verblich auch sein angefangenes Werk im Schattenreiche.

Joseph Scheibler war in seiner Profession ein Bildweber, welcher die Kunst verstand, in Gold, Silber und Seide zu arbeiten. Ein Unglück überfiel ihn, als er mit einem Saratowschen Kaufmann auf der Wolga nach Astrachan reiste und für sein Gewerbe rohe Materialien, solche als: Seide, Baumwolle und dergleichen mehr einkaufen wollte. Von Diebesgenossen und Räubern überfallen, wurde er von den ruchlosen Banden um 700 Rubel beraubt, so daß er äußerst betrübt, von Mördern abermals überfallen und auf eine ganz unmenschliche Art mit Schlägen behandelt, und endlich, da die Mörder bei ihm kein Geld fanden, ihn aus Ruchlosigkeit entmannet haben, starb er nach acht Tagen an den Wunden. Sein Handwerk verschwand ebenfalls mit seinem frühen gewaltsamen Tode.

Johannes Gaßmann, ein ausgezeichneter Gärtner. Gleich bei seiner Ankunft machte er den Versuch mit allerlei Gartenwächsen und wollte sich einen botanischen Garten, allenfalls so ihm sein Plan gut ausfallen werde, anlegen. Unter anderem pflanzte er auch den Weinstrauch, den er von Astrachan verschrieben, aber weder dies noch jenes gelangte zum erwünschten Fortgange. Doch gelang es ihm, einige Stoffe Wein innerhalb von drei Jahren zu gewinnen.

Georg Linnenberger war ein Branntweinbrenner, den Branntwein brannte er bis zu der Zeit, bis den Kolonisten das Recht, Branntwein zu brennen, versagt wurde, den er bis zur Geburt seines Sohnes Kaspar mit Nutzen brannte.

Adam Breit war ein Bierbrauer, betrieb dieses Geschäft ebenfalls bis zur Zeit, da die Freiheitsjahre beendigt waren.

Übrigens gab es da noch Lohgerber, Ledermacher, Tischler, Schlosser, Schmiede, Böttcher, Sattler usw. Manche arbeiteten mit Vorteil, andere aber ohne Vorteil, und da die Handwerker, die damals als wie auch noch jetzt nicht viel zu gewinnen hatten, so legten dieselben ihr Handwerk nieder und ergriffen den Ackerbau, mit dem sie sich nach und nach vertraut machten und endlich darin einen guten Fortgang fanden, von welchem ich unten ein Mehreres aufzeigen werde, wie alles seinen Anfang genommen und beförderlicht worden.

 

Ankunft in Saratow

 

Regensburg an den Donau war der Sammelplatz des hiesigen Transportes, welcher die hiesige Kolonie bildete. Von Regensburg ging die Reise nach Weimar, durch Hannover nach Linnenburg²⁶ und durch Preußen bis Lübeck. Von dort zu Wasser auf der Ostsee bis Kronstadt und Oranienbaum. Von da so ziemlich geraden Weges bis Moskau, Pensa und Petrowsk, allwo sie sich Winterquartier machen mußten. Im nächsten Frühjahre dann nach Saratow, woselbst unsere Vorväter nach vielen Mühseligkeiten glücklich ankamen. Die daselbst errichtete Tutelkanzelei beorderte dieselben unter Aufsicht der Kommission an ihre Ansiedlungsstätte , und diese war der Große Karamanfluß, ungefähr 50 Werst²⁷ von Saratow, allwo sich unsere Vorväter auf der linken Seite niederließen. Um die Pfingstzeit des 1766-ten Jahres fanden sie ihre neue Heimatstätte. Auf der Reise durch das innere Rußland wurden sie auf Kosten der hohen Krone von Eingeborenen göttlich behandelt und von Ort zu Ort durch Podwoden²⁸ transportiert.

 

Die erste Beschäftigung auf dem neuen Platz und Lebensweise in den zwei ersten Jahren

 

Als nun die alten Deutschländer hier angelangt waren und den festen Schluß gemacht hatten, sich an dieser Stätte für die Zukunft häuslich niederzulassen , so war ihr erstes Geschäft, sich Erdhütten zu graben, in denen sie gegen die Zufälle der Witterungsereignisse geschützt wurden. In diesen Erdhütten lebten sie zwei bis drei Jahre, und es erging ihnen während der Zeit nicht vom Besten. Der dicke und Umfang grünender Wiese mit tausendfältigen Blumen bedeckt, so daß es schien, als wäre sie mit bunten Teppichen bekleidet. Da aber die Zeit in den schönen Maientagen als reizend schön und liebreich vor Augen stand, so übertrug sich das auch auf ihr Gemüt, und sie glaubten, in ein irdisches Paradies versetzt zu sein. Den Rest des Sommers verlebten sie nun unter mancherlei Beschäftigung, um den näher kommenden Winter, den sie schon in der Kreisstadt Petrowsk kennengelernt hatten, abzuwarten. Im Herbst, als das wilde Obst – Äpfel, Schelhen, Mehlbirnen und dergleichen mehr – zur Reife kam, sammelten sie sich dasselbe ein, trockneten es und erhielten es zum Vorrat als Lebensmittel auf.

Der liebliche Sommer verschwand, der Herbst mit seinen starken Nordwinden rückte allmählich bei, und endlich kam auch der unfreundliche Gast, der Winter, mit seinen stürmischen Schneegestöbern, der von Anfang November bis zum 7. Und 10. April²⁹ fortwährte.

An Holz war hier kein Mangel, dieses stand überflüssig vor, um und neben ihren Erdhütten; denn sie lagerten sich meistens in Niedrigungen, um so Schutz und Schirm zu haben. Was sie aber bei ihrer Einrichtung auf der einen Seite zu gewinnen dachten, verloren sie auf der andern, denn im nächsten Frühjahr war ihr ganzes Hüttenlager durch das Schneewasser überschwemmt, und so hiermit waren die letzten Dinger schlimmer als die ersten. Den Inter verlebten sie in kümmerlicher Weise, denn oftmals wurden sie vom Sturm samt ihren Erdhütten heimgesucht, so daß sie weder aus noch ein kommen konnten. Elend, Jammer und Not waren hier der Schauplatz eines so neuen angesiedelten Völkchens. Nackend und bloß, nichts auf und in den Leib als nur die von Deutschland etwaig mitgebrachten leinenen Kittel. Wämser und dergleichen, welche gegen die Kälte hiesiger Gegend nicht erkleckten³° Die düsteren und dunklen Winterlage und die ewig lange dauernden Nächte wollten gar kein Ende nehmen. In der weiten Steppe, ganz vom menschlichen Leben entfernt; Mangel an den Lebensmitteln, keine gehörige Einrichtung, alles dieses stieg zu einem ganz widerlichen Abgeschmack, um für die Zukunft noch fröhliche Tage zu erleben.

 

Bessere Einrichtung

 

Nach Verlauf der zwei ersten Jahre erhielten also unsere Vorväter zur besseren Bequemlichkeit hölzerne Wohnhäuser. Dergleichen wurde ihnen auch das nötige Arbeits- und Zuchtvieh geleistet, womit sie sich in kleinen Maßstabe häuslich einrichten konnten. Die Lebensmittel erhielten sie alljährlich in diversen Malen aus der Tutelkanzelei, welche zu manchen Zeiten ungenie0bar waren, weil dieselben aus fernen Gegenden herbeigeschafft wurden und auf dem Wasser verdorben waren, so daß sie teilweise mit Hämmern und Beilen fein geschlagen werden mußten und daher bitter und schimmlig gewesen waren. Sie bestanden auch meistenteils aus Roggen. Indessen aber finden die alten Deutschen mit dem Ackern und Ernten an, freilich in einem nicht bedeutenden Zustande.

 

Wie die Alten anfänglich geackert haben

 

Nachdem die ersten Deutschen von der hohen Krone 150 Rubel Vorschuß erhalten hatten, instruierten sich dieselben zu einer besseren Einrichtung und finden also selbst das Ackern und Ernten an. Es vereinigten sich dieselben gegenseitig, weil es an Arbeitsvieh noch fehlte, so daß sie, je nachdem sie imstande waren, zwei, drei und vier Wirte zusammenspannten, um doch wenigstens so viel ernten zu können, daß sie ihr tägliches Brot ohne Leihung haben könnten. Das Ackern ging also die paar ersten Jahre nicht so befriedigend als es gewünscht ward. Nicht nur an Vieh allein fehlte es, sondern auch an den Kenntnissen, die von seiten des Landmannes nötig sind, weil die mehrsten Handwerker waren und in ihrem ganzen Leben noch keinen Pflug in der Hand gehabt haben. UN dso ist es gewesen, daß es vielleicht kam vier oder fünf waren, die den Pflug zu richten und das säen verstanden, die dann erst den übrigen als Lehrmeister dienen mußten. Bei einer solchen Einrichtung, wo weder Kenntnisse oder hinlängliches Zugvieh vorhanden waren, so konnte auch natürlich die Einnahme von keinem großen Nutzen sein; denn sobald an einer Einrichtung das Nötigste mangelt, so mangelt es auch am guten Erfolge. Es gelang ihnen also nicht so sehr, und der Versuch zu einer vollständigen Einrichtung und Befriedigung war noch einige Jahren schwer, bis sie bessere Mittel in die Hand bekamen. Ein jedes Klima hat seine besondere Güte des Bodens, welcher nach Beschaffenheit bei jeder richtig, daß jeder Boden nach der Beschaffenheit bei jeder Pflanze und Samenkorn seine Verschiedenheiten kundtut; und das ist richtig, daß jeder Boden nach der Beschaffenheit von sich selbst seine Lieblingspflanze produziert. Was nun die Natur am liebsten allhier hervorbringen würde, verstanden sie noch nicht. Aller Anfang ist schwer, sagt ein Sprichwort.

 

Von den Ländereien

 

Die Ländereien lagen nun in unübersehlicher Menge nach ihrem Gefallen vor der Türe, es war nichts zu sehen als Himmel und unbebaute Steppe, die in keinem Falle noch kultiviert war, daher sie denn auch ein jungfräulicher Boden mit Recht konnten genannt werden. Ihre Kornfelder legten sie gleich nahe hinter dem Wohnorte an, und es ackerte ein jeglicher nach seiner Willkür, wo es ihm am liebsten und besten gefiel. Am Tage waren sie auf dem Felde beschäftigt, des Nachts schleifen sie zu Hause in ihren Betten. Das Essen zu Mittags wurde ihnen auf das Feld gebracht, und so bekamen sie allmählich einen immer mehr und mehr aufkeimenden Trieb, in ihrem angefangenen Geschäft weiter zu kommen, was auch die Zukunft ihnen doppelt lohnte. Innerhalb von zehn Jahren erwarben sie so viel, daß die trüben Wolken, die sie vormals umschwebten, sich ins helle Licht aufklärten, und Zufriedenheit wohnte in ihren Wohnorten.

O, hätte doch bei der Ansiedlung der alten Deutschländer ein und den Verhältnissen dieser Gegend von der Wissenschaft der Landwirtschaft beseelter Geist das Wahre erkannt! Wie schön die Landwirtschaft auf diesem neuen Boden sich ordnungsgemäß hätte herausstellen können, indem allerseits die Mittel sich zu deren schönsten Einrichtung darboten? Aber ungeordnet fingen die Alten an, und so ward auch in der Folge der Willkür noch dieselbe fortgesetzt, bis später sich die Menschheit stark vermehrte und Bedrängnisse entstanden. Da kamen sie unter sich selbst zum Verständnis und teilten durch gemacht Grenzzeichen ihre Ländereien untereinander auf.

(weiterhin abgekürzt)

 

Антон Шнайдер

 

Памятная записка о состоянии поселений иммигрантов, о родословной нашего корня в России, а также о важнейших событиях внутри и вне нашей семьи с тех лет и по настоящее время 1764 – 1770

(рукопись 200-летней давности)

 

 

Первая часть

 

На русский переведено впервые. Перевод Антонины Шнайдер-Стремяковой.

 

О состоянии колонии Тонкошуровка к моменту её заселения

 

Данный список первых немецких поселенцев – козырь в наших руках. Временной промежуток в 90 лет помогает нам представить события, судьбы и сделать их краткий обзор.

Наш отъезд из немецких земель начался в 1765 году. Это были выше указанные фамилии, состоявшие к тому времени частично из одиноких, частично – из полных семей. Общее число душ мне неизвестно, но в настоящее время насчитывается 331 полных семей, из них 1789 мужских и 1456 женских душ, всего 2945. Прирост произошёл в основном за счёт первых переселенцев. Позже по разрешению высшего начальства здесь осели ещё и колонисты других колоний.

Из вышеприведённого реестра в селе на сегодня осталось лишь 32 рода. Остальные 50 этапированных вымерли частично ещё в самом начале, частично были взяты в плен киргизами , частично переехали в другие колонии. Были и такие, которые не связывали себя семейными узами и скрылись под покровом ночей и туманов, так что никто не знает, куда они девались. Возможно, кому-то из них удалось вернуться на родину.

Предки наши были большей частью из сельскохозяйственной Баварии, Ельзаса, Лотарингии и Тироля. Многие переселенцы были несостоятельны и крайне бедны. В родном отечестве у них ничего не было, поэтому они искали возможность, где бы устроить новый очаг. Большинство из них были ремесленниками и имели профессии. Были и подёнщики. У большинства баварцев было достаточно знаний для работы в этой местности. Находясь в крайне бедственном положении, многие согнулись под бременем невыносимого труда в самом начале.

Колонию нашу первоначально называли Тонкошуровка – от слова «малороссиянин», что означало «тонкая шкура», а на канцелярском языке Тонкошуровка. Но немцы назвали её Пфанненштиль, в честь первого начальника (волостного головы) из переселенцев.

Позже община несколько окрепла и собственноручно построила деревянную церковь из близ растущего леса. Она получила название «Вознесение в рай пресвятой Марии», а село стало называться Мариенталь. Все этапированные в этом селе принадлежали к римско-католической вере, её последователями являемся мы и сегодня – в этой вере хотели бы мы и умереть.

 

О ремесленниках

 

Среди ремесленников в колонии следует выделить нижеследующих персон.

1 Пётр Пфанненштиль, первый начальник колонии, прекрасный мужчина и замечательный человек, от природы одарённый в искусствах, науке и ремёслах, которые он обращал на развитие колонии. Пётр Пфанненштиль разработал план села: каждый дом являлся угловым, и каждые четыре дома с задними пристройками образовывали квартал. На берегу реки Караман он построил первую водяную мельницу, существующую до сих пор. В конторе по опекунству для иностранцев она и по сей день проходит как «мельница Пфанненштиля». Недалеко от неё была им построена лесопилка, что приводилась в действие лошадьми, – самые толстые брёвна разрезались наилучшим образом. Кроме того он изготавливал косы, серпы, напильники и прочую режущую утварь. Его преждевременная смерть сорвала, к сожалению, меры по благоустройству колонии. Передать соотечественникам свои знания он не успел. После смерти его начинание пришло в упадок.

2 Ткач Йосеф Шайблер разбирался в искусстве шитья золотом, серебром и шёлком. Однажды он отправился по Волге в Астрахань с саратовским купцом для закупки сырья, но был ограблен на 700 рублей. Домой он вернулся расстроенный. Нападения разбойников не избежал он и в другой раз. Так как денег в этот раз у него не нашли, его оскопопили и нечеловечески избили. От полученных ран он умер через 8 дней. После мученической смерти Шайблера его дело пришло в упадок.

3. Йоганнес Гассман запомнился в колонии как замечательный садовник. Вскоре после прибытия на место он заложил несколько садовых участков, планируя развести ботанический сад. Из Астрахани он выписал виноградную лозу, но процветания не достиг – за три года ему удалось получить лишь немного вина.

4. Георг Линненберг, что производил великолепный коньяк, прослыл замечательным виноделом. И хотя производство коньяка было впоследствии запрещено, он продолжал его изготавливать вплоть до рождения сына Каспара.

5. Адам Брайт прослыл прекрасным пивоваром. Он делал пиво до поры, пока не кончились свободы.

Кроме выше перечисленных, были ещё столяры, слесари, кузнецы, шорники, бондари, дубильщики, кожевенники. Одни работали с прибылью, другие – без прибыли, но ремесло своё никто не бросал.

Позже некоторые переключились на сельское хозяйство, в котором и преуспели. Далее коротко о том, как всё начиналось.

 

Прибытие в Саратов

 

Большинство, основавшее нашу колонию, прибывали в Регенсбург на Дунае, где формировался транспорт. Из Регенсбурга двинулись на Веймар, через Ганновер на Линненбург и через Пруссию на Любек. Оттуда по воде через Балтийское море на Кронштадт и Ораниенбаум. Далее прямой дорогой на Москву, Пензу и Покровск, где была запланирована зимовка. Весной двинулись на Саратов – конечный пункт, куда после долгого пути прибыли наконец-то наши уставшие прародители. Здесь распределяли их под присмотром конторы по опекунству над иностранцами. На левом берегу большого Ка´рамана в 50 верстах от Саратова начали наши предки основывать колонию. Во время путешествия по России они были взяты на содержание коронованными особами, и для транспортировки от одного места к другому им предоставлялись подводы.

Занятия на новом месте и быт первых двух лет

 

Путь остался позади – теперь размышляли, как по-домашнему обустроиться. Первым делом принялись за рытьё землянок, которые укрыли бы от непогоды. В земляных лачугах прожили наши праотцы от двух до трёх лет, и годы эти были не из лучших. В первые дни после прибытия стояли тёплые дни. Они очаровывали, радовали глаз, грели и ласкали душу. Людям казалось, что их переместили в земной рай. Чудный пёстрый ковёр… Зелёные луга... Разнотравье... Густой лес…

Остаток лета проводили в незначительных делах, надеясь переждать зиму, которая была им знакома по Покровску. Осенью, когда поспели фрукты: яблоки, тёрн (колючая слива), мучнистая груша и многое другое – начали заготавливать их впрок.

Милое лето уплывало, надвигалась осень с северными ветрами, затем пришла безрадостная гостья-зима. Со снегами и метелями она продолжалась с начала ноября и до 7-10 апреля.

Зиму пережили тяжело: землянки заносило так, что люди иногда не могли ни выйти, ни зайти. Нужда, беды и вопли были обыденным явлением. Привезённые из немецких земель льняные кители, куртки и многое другое не спасало от здешних холодов. Голодным и полураздетым людям казалось, что долгим ночам и мрачной тьме зимних дней не будет конца. Необъятные степи, отдалённость от центра, нужда в еде, отсутствие нормального жилья – всё вызывало полное отвращение и безразличие к будущему, рождало неверие в возможные когда-либо светлые дни.

Наступала весна. Вступая в свои права, она звала к новой жизни. Тепло подавало надежды – бесчисленные невзгоды остались, казалось, позади. Но радость оказалась преждевременной. Талая вода выгнала из хижин людей, и полуживые колонисты поплыли к ближайшим холмам и горам, уныло поглядывая друг на друга.

С приближением лета на людей напала лихорадка – в редкой семье обходилось без похорон. Надежда на лучшую жизнь таяла. Но разве не страх и испуг возрождают надежды, что дают людям силы

противостоять трудностям? В пропасти нищеты возвышаются сердца, потому что Бог любит нищих. Никогда нельзя сомневаться. Чем больше нужда, тем ближе Бог.

 

Лучшее обустройство

 

По истечении первых двух тяжелейших лет наши праотцы получили деревянные дома и скот для разведения хозяйства. Работали они помногу – налаживали домашний быт. Ежегодно им издалека привозили в разных количествах продукты, но от воды и сырости они портились. По преимуществу ржаные, они зачастую оказывались плесневелыми и прогорклыми, но всё же эти несъедобные продукты разбивали, выколачивали из упаковок молотками и топорами. В таком бедственном положении принимались наши праотцы за пахоту и возделывание незначительных пока что урожаев, которые иногда едва достигали количества брошенных в землю семян.

 

Как наши предки начинали пахать

 

Получив из монаршей казны аванс по 150 рублей, наши предки настроились на лучшее обустройство и принялись за самостоятельное возделывание урожаев. Рабочего скота не хватало, поэтому объединялись по 2, 3, 4 хозяйства. Это давало возможность собрать хотя бы столько урожая, что не нужно было занимать на хлеб насущный. Первые два года пахота шла не так удовлетворительно, как хотелось бы. Проблема заключалась не столько в отсутствии скота, сколько в нехватке знаний, необходимых для ведения крестьянского хозяйства.

Большая часть ремесленников не держала в руках плуга. Таких, что умели бы пользоваться плугом и немного разбирались в севе, с трудом отыскивалось 4-5 человек. Они выступали в роли учителей. Не хватало ни опыта, ни знаний, ни рабочего скота, так что думать о высоких доходах не приходилось. Нужда чувствовалась во всём.

На обустройство ушли годы. Несколько лет работы на земле не приносили желаемого результата – до всего доходили с трудом. У каждой местности свой климат, он диктует свои законы по выращиванию плода – каждая земля проецирует свои условия для благодатных урожаев. Люди ещё не знали, что для здешнего климата наиболее благоприятно. Но, как говорится, лиха беда – начало.

 

О земледелии

 

За дверями жилищ начинались необозримые земельные просторы – ничего, кроме неба, и девственной, никогда не обрабатывавшейся земли. Ржаные поля располагались сразу же за жилищами, и каждый пахал там, где ему нравилось. Днём пахали, на ночлег возвращались к жилищам, обед приносили в поле.

Постепенно люди привыкали к своему новому месту жительства, проникались верой, что зарождающееся дело поможет им в дальнейшем и, удвоившись, вознаградит их в будущем. В течение десяти лет наши праотцы приобрели столько, что тёмные тучи начали рассеиваться.

О, если бы во времена эмиграции знания сельского хозяйства соотносились с реалиями этой местности! Для работы на земле использовали любые средства – едва ли при таких условиях могло в тех местах успешно развиваться земледелие. Беспорядочное пользование землёй продолжалось до поры, пока численность колонистов не возросла и не возникли ущемления. Тогда наши праотцы поняли, что землю надо разделить на участки.

(продолжение следует в сокращении)



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